PLANUNGSTEAM 4

KH STUDIO - delli Ponti & Novielli - Building Strong Stories Architekten - Landschaftsarchitekten - Stadtplaner

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Die kompletten Planungsunterlagen des Teams: 

Studien zu Stadt und Landschaft
Erläuterungsbericht

Was sagen Sie zu diesem Entwurf? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was fehlt Ihnen an diesem Ergebnis?

Die Zeit der Stadt an die der Bäume anzupassen. Wir denken eine zukünftige Entwicklung an, die auf der Einteilung der landwirtschaftlichen Felder und der Erweiterung der Nachbarsquartiere basiert, um eine unterbrochene Stadt zu vervollständigen. Die für lange Zeit als gegensätzlich empfundenen Elemente Stadt und Natur verbinden sich zu einem gemeinsamen Ambiente, das die Geographie des Taunus und die Werte der Agrarmetropole in den Mittelpunkt des täglichen Lebens rückt. Die Grünstruktur ist nicht dazu gedacht, die Nachbarn auf Distanz zu halten, sondern diese mit der weiträumigen Umgebung zu verbinden.

Die urbane, belebte, aktive Dimension, die durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs herbeigeführt wird, wird von einer Vielzahl an originellen und unterschiedlichen Landschaften eingerahmt, die den Alltag lebenswert machen.

Eine territoriale Transformation in diesem Ausmaß muss langfristig, als progressiver Prozess, gedacht werden. In zwei Punkten müssen wir die Sichtweise grundlegend ändern:

  1. Die Landschaft legt den Grundstein des Projekts, aufbauend auf dem landwirtschaftlichen Erbe, und sie begleitet die Entwicklung im Laufe der Zeit. Man könnte sagen, dass die Landschaft "vor der Stadt ankommt". Das Projekt wird ein neuer Protagonismus der Agroforstwirtschaft in der Stadt und eine Typologie sehr durchlässiger und grüner öffentlicher Räume vorgeschlagen, die den Atem der Natur in das Herz der öffentlichen Räume bringt. Dieser Ansatz führt, global gesehen, zu einer Einsparung und einem geringeren CO2 Ausstoß.
  2. Methodologisch versteht sich das Projekt als ein anpassungsfähiger Support, eine Grundlage, die in der Zukunft dazu dient den Dialog fortzusetzen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Das Projekt ist so konzipiert, dass es durch die aktive Beteiligung der BewohnerInnen der Nachbarschaft und neuer Akteure des großstädtischen Lebens (Universitäten, Start-ups, landwirtschaftliche Genossenschaften, Vereine) und nicht nur durch wirtschaftliche Akteure der Bauwirtschaft gepflegt und angepasst wird.

Die Stadt der Zukunft wird die Verwandlung des Bestehenden bewirken, indem sie gemischte, offene und miteinander verbundene Bereiche schafft, die zur Zeit monofunktional genutzt werden. Die drei Quartiere mit ihren unterschiedlichen Identitäten werden Teil einer aktiven Landschaft sein, die lokale Nahrungsressourcen, aber auch neue Kompetenzen (Bildung) und neue Möglichkeiten für die Arbeit der Zukunft im gesamten Ballungsgebiet erzeugt und verteilen wird.

Die Quartiere werden sich zwischen intensiv genutzten Quartierszentren in der Nähe der U-Bahn-Haltestellen artikulieren, wo Dienstleistungen, Mobilitätshubs, Logistik- und Handelsflächen in gemischten Baufeldern und an “langsamen” Loops angesiedelt sind. Diese verweben alte und neue Nachbarschaften in einer offenen Landschaft ineinander und erlauben es, in wenigen Schritten, von zu Hause aus die Orte des täglichen Lebens (Schulen, Coworking Spaces, assoziative Orte) zu erreichen.

Kommentare (6)

TOBIAS RÜGER

ID: 1.147 09.11.2020 16:28

Dieser Entwurf scheint mir mit Abstand der beste zu sein, denn hier wird die freie Fläche bis zur Stadtgrenze genutzt. Was m. E. fehlt, ist eine Einhausung bzw. Untertunnelung der Autobahn, denn nur dadurch lässt sich sicherstellen, dass die neue Wohngegend nicht in zwei Hälften zerfällt. Ein Anschluss an die U-Bahnlinie ab 'Heerstraße' und/oder ein neuer S-Bahn-Haltepunkt ist zudem unerlässlich.
Ästhetisch und funktional scheint mir die große Frage zu sein, ob man sich an den beliebten Gründerzeitvierteln – d.h. Blockrandbebauung mit Innenhöfen – orientiert oder aber ob man eine Fortführung der Siedlungsstruktur der Nachbargegenden im Stil des Neuen Frankfurt wünscht.

Anja Batke

ID: 1.138 07.11.2020 14:23

Städtebaulich und von der Freiraumstruktur her bleibt der Entwurf m. E. hinter den anderen zurück. Die begleitenden Texte bringen mir das Konzept nicht näher.

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 1.132 06.11.2020 18:32

Mir hat mal ein Frankfurter Architekt gesagt, dass im Nordwesen die Hausblöcke natürlich in Längsrichtung von West nach Ost gestellt würden, damit die Winde passieren können. Wie in den anderen Entwürfen auch hier: Massive Blockbauweise nord-südlich ausgerichtet, also als Barrieren gegen den Wind. Auf der West- wie auf der Ostseite. Dann liest man: "Die lärmintensive A5 und der Breite Weg werden zu produktiven öffentlichen Räumen von morgen." Pardon, das ist nicht nur euphemistisch, dass ist eine Sprache, die ein Bürger nicht mehr verstehen kann - Benebelung der Sinne.

Erik Rohnfeld

ID: 1.116 05.11.2020 11:26

Neben den Entwürfen von Teams 1 und 6 ist das der mit Abstand schlechteste Entwurf!
Städtebau einfach nur ein schlechter Witz: keinerlei Urbanität, es fehlt überall völlig an Straßen mit konsequenten kleinteiligen Blockrandstrukturen, sowie an richtigen - auch als solche wahrnehmbaren - Plätze oder Parks. Stattdessen unzählige völlig diffuse Baulücken ohne jegliche Geschlossenheit, viel unsäglicher Zeilenbau. Die U7 fährt Umwege und wird als Straßenbahn missbraucht, die trotzdem noch nichtmal in der Lage ist die T+R Taunusblick an der A5 für P+R anzubinden. Und dass die U6 schon ganz woanders verläuft wird völlig ignoriert.
Sorry, ich kann hier nicht mal in Ansätzen irgendwas Positives entdecken.

Bernadette Gölzhäuser

ID: 1.104 28.10.2020 13:11

Dieses Konzept denkt scheinbar tatsächlich in die Breite. Sieht man sich die angrenzende Nordwest-Stadt rund um den Gerhard-Hauptmann-Ring an, fällt auf, dass hier ein unglaublich "verrückter" Entwurf jetzt 50 Jahre später sich abhebt zu den üblichen Neubaugebieten. Konsequente Begrünung, verschlungene Pfade ... es fehlen die Gemeinschaftsgärten.
Jedoch auch hier weniger ist mehr!

Thorein Hard

ID: 1.093 26.10.2020 21:09

Warum überplant das Konzept heutige Freiräume und wertvolle unversiegelte Flächen, anstatt zunächst bereits vorgenutzte Flächen wie die ehemalige Ziegelei in Praunheim wieder zu nutzen, wie das Baugesetzbuch es in seinem § 1a vorgibt? Konversion ist die ökologischste Art der Stadtentwicklung, warum wird dieser Grundsatz ignoriert?