PLANUNGSTEAM 7

to be STADT (Frankfurt) mit Ramboll Studio Dreiseitl (Überlingen), komobile (Wien)

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Die kompletten Planungsunterlagen des Teams: 

Studien zu Stadt und Landschaft
Erläuterungsbericht

Was sagen Sie zu diesem Entwurf? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was fehlt Ihnen an diesem Ergebnis?

Die Idee für den neuen Stadtteil der Quartiere – die Taunusterrassen - ist aus der terrassierten Landschaft zwischen Taunuskamm und Rhein-Main-Becken entwickelt. Der Landschaftsraum ist durch vorhandene und neue Freiräume geprägt, die die Quartiere gleichermaßen gliedern und verbinden. 6 charaktervolle Freiräume und 6 vielfältige Quartiere formen eine vernetzende und nachhaltige Stadtlandschaft, die die Herausforderungen des Klimawandels bewältigt. Freiräume und Bebauung stehen in einem lebendigen Verhältnis zueinander und ermöglichen die Realisierung zukunftsfähiger Siedlungsstrukturen.

Mit Blick auf eine nachhaltige Zukunft zeichnet sich der Entwurf insbesondere durch die Ausrichtung auf einen ökologischen Städtebau aus. Eine kompakte, urbane Bauweise sichert zudem kurze Wege zur Nahversorgung, nachbarschaftliches Zusammenleben durch Höfe und Gemeinschaftsgärten sowie einen besonders schonenden Umgang mit den Ressourcen Boden und Wasser. Vor diesem Hintergrund liegt ein weiterer Schwerpunkt des Entwurfs auf der Schaffung sozialer Vielfalt und bezahlbarem Lebensraum für alle Bevölkerungs- und Einkommensgruppen. Auch soll im neuen Stadtteil das Arbeiten im Quartier integrativer Bestandteil des alltäglichen Lebens sein. Die radikale Ausrichtung auf den öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr trägt den Anforderungen des Klimawandels besonders Rechnung und ermöglicht die Gestaltung atmosphärisch attraktiver Straßen und Plätze in den Quartieren.

Die schrittweise Urbanisierung der derzeit weitgehend monofunktionalen Agrarflächen erweitert die Nutzungsmöglichkeiten für die angrenzenden Bewohner. Mit dem geplanten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur insbesondere des öffentlichen Verkehrs werden die angrenzenden Stadtteile Praunheim und Niederursel sowie die Nachbargemeinden Steinbach und Oberursel erheblich besser angebunden und in die Region vernetzt. Die bestehenden Quartiere (inbesondere der Ortskern Praunheim) werden vom Autoverkehr deutlich entlastet. Ein enges Netzwerk von neuen Freiräumen unterschiedlicher Typologie bringt erheblichen Mehrwert. Die Schnittstellen zwischen dem neuen Stadtteil und der Umgebung offerieren ein großes Bildungs-, Sport-, Erholungs- und Nahversorgungsangebot.

Kommentare (6)

Anja Batke

ID: 1.143 07.11.2020 15:17

Die grundlegenden Strukturen der Planung, d.h. Dimensionierung der Quartiere, Erschließung, Freiraum finde ich ansprechend. Es könnte innerhalb der einzelnen Teilbereiche mehr Quartiersbildung und Raumbildung im Städtebau geben, die baulichen Strukturen sind massiv.
Gut finde ich, Gewerbestandorte mitzudenken.

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 1.126 05.11.2020 18:35

Zu der beschriebenen Lachgrabenterrasse am See westlich der Mosaikschule: Ich stelle mir vor, wie man da beim Espresso säße und den Sonnenuntergang hinter dem Taunus genießen würde. Aber die Wirklichkeit ist anders. In diesen Tagen ist dort der Bau des Lärmschutzwalls im Fortschritt begriffen, der seit Gründung der Nordweststadt Baurecht ist. Der wird ca. 5 m hoch über die Farbahn gebaut. Hinzu kommt hier die Wallhöhe der Autobahn von ca. 6 m. Macht zusammen 11 m. Da kann man den Taunus gerade noch sehen. Aber wenn die Quartiere kommen, dann muss hier der Lärmschutzwall auf 10 oder 11 m über die Fahrbahn erhöht werden. Das macht zusammen 16 oder 17 m. Dann ist der Taunus weg - und jeglicher Kaltluftwind auch. Sollen wir das gut finden?

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 1.125 05.11.2020 18:26

Im to-be-Entwurf steht: „Kaltluftströme des Taunus und des Taunusvorlandes werden durch Ost-West-Fugen durch die neue Stadt geleitet.“ Pardon, das glauben wir Bürger nicht. Das ist zumindest insofern falsch, als die extreme Versiegelung die Kaltluftproduktion großflächig unterbinden würde. Da nutzen auch die Fugen und die Täler nichts, denn die Kaltluftzufuhr kommt heute von genau den Feldern, die dann versiegelt würden. Also müssten wir Bürger in Praunheim, Heddernheim, Nordweststadt und Niederursel auf noch heißere Sommernächte im Zuge des Klimawandels einstellen.

Erik Rohnfeld

ID: 1.117 05.11.2020 11:53

Größe und Umfang der Quartiere östlich wie westlich der A5 ist weiterhin durchaus überzeugend. Ansonsten sehe ich hier eher Verschlechterungen.
Der Entwurf war nämlich in Phase 2 noch durchaus ok, die städtebaulichen Konkretisierungen seitdem stellen aber doch eher eine enorme Verschlechterung dar.
Es gibt zwar ein paar gute Ansätze von Kleinteiligkeit und Blockrand, dies allerdings noch viel zu inkonsequent. Es gibt in allen Quartieren sehr viele monotone Großformen, sinnfreie überdimensionierte Baulücken und extrem viel unnütze Abstandsflächen zum öffentlichen Raum die jegliche Ansätze von Dichte und Urbanität direkt wieder zerstören. Sämtlichen Quartiersplätzen fehlt es zudem an jeglicher Geschlossenheit, so dass keinerlei Aufenthaltsqualität entstehen kann.
Die Niederurseler Höfe sind streng rechtwinklig ausgerichtet was ebenfalls jegliche Urbanität killt und nur unnütze Abstandswiesen erzeugt. Besser den Blockrand konsequent umsetzen und an den Straßenverläufen orientieren!
Richtig unurban wird es dann westlich der A5, von Dichte, Kompaktheit und Geschlossenheit ist dort überhaupt keine Spur mehr. Im Vergleich dazu ist Suburbia à la Dortelweil-West ja eine regelrechte Augenweide.
Das ÖPNV-Konzept umzusetzen, das doch enorm viele Neubaustrecken erfordert und nicht überall kompatibel mit dem bereits bestehenden Netz ist, dürfte in dieser Stadt ein Ding der Unmöglichkeit werden. Zudem sind die Kurvenradien oftmals viel zu eng und es fehlt auch hier die Anbindung der T+R Taunusblick an der A5 zwecks P+R.

Bernadette Gölzhäuser

ID: 1.107 28.10.2020 13:30

Gerade in der Darstellung wie es in den Quartieren aussehen soll, wird klar, wie dicht auch hier die Bebauung und Flächenversiegelung geplant ist. Tatsächlich erhebe ich die These, dass in einer derart verdichteten Struktur, das echte Leben in einer urbanen und nachhaltigen Wohnkultur nicht entstehen kann. Weniger ist mehr!

Thorein Hard

ID: 1.097 26.10.2020 21:12

Warum überplant das Konzept heutige Freiräume und wertvolle unversiegelte Flächen, anstatt zunächst bereits vorgenutzte Flächen wie die ehemalige Ziegelei in Praunheim wieder zu nutzen, wie das Baugesetzbuch es in seinem § 1a vorgibt? Konversion ist die ökologischste Art der Stadtentwicklung, warum wird dieser Grundsatz ignoriert?