4: Szenario „Umstieg“ - Frankfurt stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Mobilitätswende

Ausblick über 2035 hinaus

Einige Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs sind nur langfristig umsetzbar. Eine Maut in der Stadt beispielsweise ist aktuell rechtlich noch nicht möglich. Für einen starken Rückgang des Autoverkehrs wären diese Instrumente vermutlich notwendig. Auch bauliche Umbaumaßnahmen erfordern viel Zeit zur Vorplanung. Langfristig könnte sich der Straßenraum dann stark verändern, da auch an Hauptachsen Flächen anders genutzt werden können. Begrünung und damit Beschattung von Fuß- und Radwegen und Haltestellen könnten die Auswirkungen des Klimawandels abmildern und die Lebensqualität in Frankfurt steigern. Für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen besteht trotzdem das Risiko, dass durch zunehmende Hitze die Mobilität zu Fuß, mit dem Rad oder Bus und Bahn unattraktiver wird. Die Nutzung des Autos könnte aufgrund steigender Kosten oder Zugangsbeschränkungen stark reduziert werden. Wenn die Stadt aus dem Umland mit dem Auto schlechter erreichbar ist, könnte das Arbeiten in Frankfurt und der Besuch für einige Personen unattraktiver werden.

Kommentare (14)

Ralph Lange

ID: 2.124 27.04.2022 14:29

Städte sollten für Alle da sein. Die autogerechte Stadt ist genauso falsch wie die autofreie. "Stadt für Alle" sollte das Konzept sein.

Christine Bauknecht

ID: 2.107 25.04.2022 08:23
Sonstiges

Der Umstieg muss so gestaltet werden, dass es einfach und bequem ist, die neuen Angebote zu nutzen. Z. B. "in einem Rutsch" einen neuen Radweg einrichten, so dass man sich nicht ewig über Baustellen ärgern muss, sondern nach kurzer Zeit bequemer mit dem Rad voran kommt.

Saskia Wiese

ID: 2.044 19.04.2022 08:24
Risiko

Für Pendler:innen vom Land ist ein Auto meistens unverzichtbar. Ihnen müssen wirklich gute Möglichkeiten geboten werden, das Auto abzustellen z. B. an der Stadtgrenze, und schnell weiter zu kommen. Das jahrelange relativ erfolglose Ringen um Park+Ride Plätze (an der Stadtgrenze und und auch in der Region) ist leider kontraproduktiv.

Saskia Wiese

ID: 2.043 19.04.2022 08:21
Chance

Es braucht vor allem ganz stark einen Mentalitätswandel. Dieser kann nur mit dem Szenario Umstieg erreicht werden. Noch zu viele Menschen setzen Fortbewegung automatisch mit Autofahren gleich, versuchen gar nichts anderes. Das Vorrecht des Autos in der Großstadt muss raus aus den Köpfen, die Erreichbarkeit aller Ziele mit dem Auto muss raus aus den Köpfen. Das geht nur, wenn man konsequent umsetzt und dann die autofixierten Menschen merken, dass es auch anders geht.

Gerhard Wieners

ID: 2.068 20.04.2022 15:04

Das ist genau das Problem: Autofahren denkt man sich als "Tür zu Tür", Parkplatzsuche ausgeblendet, CO2-Ausstoß ignoriert.

Dietmar Sen

ID: 2.017 13.04.2022 20:59

Ein paar vertrocknete Grashalme auf der Bushaltestelle werden das Klima sicher nachhaltig ändern...
Das nur noch Reiche als Privilig per Auto in der Stadt fahren könnten, ist aus sozialer Sicht absolut inakzeptabel.

 Antworten anzeigen

Georg Schmalhofer

ID: 2.163 01.05.2022 14:11

Wirklich sozial gerecht wäre kotenloser ÖPNV und gute und sichere Fuß- und Radwege. Wer kein Auto hat (z. B. weil man es sich nicht leisten kann - die Kosten werden oft unterschätzt), wird derzeit massiv benachteiligt. Das können wir mit dem Szenario "Umstieg" ändern.

 Antworten anzeigen

Petra Luxenburger

ID: 1.962 05.04.2022 19:08
Risiko

Es sollte eine Erhebung geben, wieviel Bürger dieser Stadt tatsächlich das ganze Jahr nur mit dem Rad unterwegs sind. Ich habe den Eindruck, dass die Räder erst bei schönem Wetter aus dem Keller geholt werden. Nur davon, dass tolle Radwege vorhanden wären, fährt selten jemand auch bei Regen, Schnee und kalten Temperaturen. Fahrradboten ausgenommen.

 Antworten anzeigen

Andreas Prinz

ID: 2.095 22.04.2022 00:13

Ich denke, dass die Belegung der Fahrrad-Abstellplätze vor Allem an stärker frequentierten Plätzen auch im Winter schon einen ganz guten empirischen Hinweis darauf gibt, dass zumindest auch bei Kälte und Regen inzwischen das Rad deutlich häufiger genutzt wird als noch vor wenigen Jahren. Die Zahl der Schnee- und Unwettertage, an denen man aus Sicherheitsgründen das Rad besser im Keller stehen lässt, ist doch überachaubar und hier nicht wirklich relevant.