PLANUNGSTEAM 1

Arup Deutschland (Frankfurt/London) mit InD Initialdesign (Berlin/Paris), urbanista (Hamburg) 

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Was sagen Sie zu diesem Konzept? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was wollen Sie dem Planungsteam für die weitere Bearbeitung mitgeben?

 

 

Kommentare (20)

Helga Doerhoefer

ID: 853 03.06.2020 23:53

dieser Vorschlag fällt sogar hinter die Nordweststadt Alt zurück - Kampffmeyer, Schwagenscheid .. waren 1961 in ihrem städtebaulichen Anliegen auf der Höhe der Zeit mit Ausblick in die 1980ger Jahre - wo spiegeln sich im Vorschlag 1 die gegenwärtigen Probleme? wo ist erkennbar, wie städtisches Wohnen in 20 Jahren gedacht werden müsste/könnte?
Deshalb etwas zynisch - hier fehlt eigentlich nur ein großes Einkaufszentrum.

Monika Dickhaus

ID: 845 03.06.2020 18:22

Der Vorschlag nimmt weitgehend auf, dass westlich der A5 nicht mehr gebaut werden soll. Den vorigen Kommentar aufgreifend: er nimmt nicht auf, dass die Autofahrnation leider die A5 auf 8 bis 10 Spuren erweitern will.

Die Idee der Verschwenkung der S-Bahn auf den Rasthof Taunusanlage finde ich eine gute Idee. Man könnte jedoch auch die Park-und-Ride-Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes stärken, indem man die Taunusanlage an den hoffentlich bald kommenden Radschnellweg Vordertaunus-Frankfurt anbindet, der dann bis in das Herz Frankfurt führt und so auch den neuen Stadtteil anbindet.

Katharina Cranz

ID: 830 03.06.2020 13:28

Wie bei allen Teams wird ignoriert, dass
• westlich der A5 gar nicht mehr gebaut werden soll
• die A5 auf 8-10 Spuren erweitert werden soll
Dieses Team wirkt mit den quasi-authentischen, dankbaren zukünftigen Bewohnern der „Micropolis“ anbiedernd und zugleich latent aggressiv. Der arbeitslose Krankenpfleger mit sechs Kindern (nicht zu vergessen, eines ist „behindert“ und wird in den Praunheimer Werkstätten, nicht etwa in der Mosaikschule, "untergebracht") hat sehr wenig mit der realen Bevölkerung hier oder irgendwo zu tun. Erst recht nicht, wenn er sich an der Bio-Kiste freut und an ein paar Litern Apfelsaft, die er nach dem Selber-Ernten keltern durfte. Wir Frankfurter kennen unsere Keltereien, bei denen wir Äpfel abgeben und Saft oder Äppler mitnehmen können übrigens bereits, das ist keine Zukunftsvision. Warum läuten die Glocken im Hintergrund? Mahnend, wachrüttelnd, „seid dankbar“? Für die Bebauung seitens dieses Planungsteams?
Im Text wird dann erklärt, dass die jetzigen Bewohner (gehört dazu der noch arbeitslose Krankenpfleger?) die Landschaft als Natur wahrnehmen, obwohl sie dies in ihrer Überformung gar nicht sei. Welche Arroganz steckt hinter diesem Gedanken! Nein wir leben hier nicht in einem Nationalpark. Aber unsere Kinder spielen am Steinbach oder grillen heimlich unter der A5, oder reiten die Ponies der Pferdehöfe in Praunheim und Niederursel durch die „überformte“ Landschaft. Die als Ersatz angebotene Bio-Kiste ist dann „Natur“?
Von der Bevölkerung naiverweise als solche empfundene Natur wird in dieser Planung vielmehr denaturiert – Tennisclub ins Untergeschoss eines Multifunktionsbaus statt in die Landschaft, ist ein Beispiel.
Wo „Natur“ angeboten wird in der Planung („Platanenwald“), hat diese nichts mit der gegebenen Landschaft zu tun. Platanen sind wunderbar am Main. Dort ist es sehr anders als in der Vortaunuslandschaft. Hier wachsen Weiden, Schwarzerlen, Eschen, Holunder, Kastanien, Ahorn.
Dass die Vorschläge sehr im Allgemeinen bleiben und sich mit der Situation vor Ort nicht intensiv auseinander gesetzt wurde, zeigt sich auch im geringen Verständnis für die Besonderheit der Nordweststadt. Diese ist keineswegs, wie konstatiert, ein „Stadtteil der 70er“ Jahre, sondern als „Gartenstadt“ ein international gepriesenes „innovatives soziales Lebensmodell“, was dem Planungsteam jedoch nicht bekannt zu sein scheint. Gerade die Nordweststadt ist „mehr als eine Zusammenstellung von Häusern“. Ohne hier ins Detail der Vorzüge und Nachteile des Lebens in der NWStadt gehen zu wollen, erscheint mir diese Unkenntnis typisch für die Grundhaltung des Planungsteams. Allein schon der verwendete Begriff „Kiez“ hat mit uns in Frankfurt sehr wenig zu tun und kommt daher wie eine Überformung der Sprache, um im Bild zu bleiben: „Kiez“ tut, als sei es „lokal“ und „heimelig“, während es nichts weiter als eine austauschbare Floskel handelt. Der geplante „Kiez“ zieht den Bewohnern in Wahrheit den Boden unter den Füßen weg. Sorry, wir haben es aber gemerkt.
Einen weiteren Kritikpunkt sehe ich in der unterschwelligen Erwähnung der Privatisierung verschiedener Bereiche. Die Stiftung zum Heiligen Geist finanziert 400 Werkswohnungen? Private Anbieter betreiben Shuttle-Busse nach Eschborn? Die Mietwohnungen sollen gekauft und dem Wohnungsmarkt entzogen werden können? Die Raststätte Taunusblick spielt genau welche Rolle als Umsteigeort?

Philipp Wellhöfer

ID: 828 02.06.2020 16:44

Leider ist es nicht möglich sich allgemein zu den Präsentationen zu äußern. Dieser Kommentar gilt daher im Prinzip für das gesamte Verfahren. Grundsätzlich begrüße ich, dass eine Beteiligung möglich ist. Leider werden die Ideen nicht von Profis vorgestellt, sondern in kaum verständlichen Videos von den Planungsbüros. Wenn das Ziel ist, dass sich möglichst viele Bürger beteiligen sollen, dann sollten die Präsentationen dementsprechend auch allgemeinverständlich sein.

Katharina Cranz

ID: 832 03.06.2020 13:40

Da stimme ich Ihnen zu, und damit erkläre ich mir die geringe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

Robert Dilger

ID: 827 02.06.2020 12:15

Fragwürdiger Grundgedanke: "Die Zukunft der europäischen Stadt entscheidet sich an ihren Rändern, nicht im Zentrum"... Auch in Abwesenheit von CO-2 Bilanzierung und Nachhaltigkeits-erörterungen ist diese Behauptung reichlich vermessen. Außerdem: es ist ein Entwurf mit dem Rücken zur Wand (A5 bzw. Stromtrasse): bloss nicht den Götzen Autoverkehr thematisieren....

Katharina Cranz

ID: 833 03.06.2020 13:41

Ja, es wird sich nicht nur damit nicht auseinandergesetzt, alles verliert sich im Nebulösen und Austauschbaren.

Tanja Clauß

ID: 824 01.06.2020 14:25

Ich habe mich entschieden, nicht zu jedem Entwurf einen Kommentar zur schreiben. Das ganze Verfahren ist schon sehr anstrengend und zeitaufwändig.

Hier kann ich mir aber nicht verkneifen zu sagen, hier spricht Frankfurt und nicht Berlin. Das diente wohl mehr dem Üben für angehende Stadtplaner, als der Frankfurter Stadtentwicklung. Sehr übertragbar auf andere Orte.

Katharina Cranz

ID: 834 03.06.2020 13:42

Total übertragbar auf jeglichen Ort. Total beliebig. Schwelgen in einer eigenen Blase, untermalt von Glockengeläut...

Henrik Lohrberg

ID: 815 01.06.2020 13:35

„Die beste Möglichkeit die Zukunft vorherzusagen ist, sie zu gestalten.“ Das ist meine Erwartung an demokratisch gewählte Politiker und an die von Ihnen beauftragte Stadtplaner. Außerdem: So offen ist die Zukunft nun auch wieder nicht, sie ist teilweise Gegenwart. Der Klimawand findet statt und was daraus abzuleiten ist, ist auch nicht geheim. Der Stadtteil muss klimaneutral angelegt und genutzt werden. Individuelle Mobilität kann nur marginal stattfinden. Alles in allem gibt es keinen Grund, keinen kritisierbaren Entwurf abzugeben.
Aber ein bisschen konkretes gibt es ja: „Intermodale Verkehrsnutzung“ klingt echt schön. Daran denkt man sicherlich gerne, wenn man beim Umsteigen wieder mal den Bus verpasst hat.
Generell:
Für alle Entwürfe würde ich mir am Schluss eine CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus wünschen. Diese kann zu diesem Zeitpunkt natürlich nur als Zielvorgabe angesehen werden, da es am Schluss viel auf die Wahl der Baustoffe und technische Umsetzungen ankommt. Aber städtebaulich werden die Rahmenbedingungen gesetzt: Kommt man ohne Unterkellerung aus? Wie kompakt soll gebaut werden – Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser? Gibt es kollektive Energiesysteme? Wie ist die Gebäudeorientierung? Nicht zu vernachlässigen ist sicherlich eine mögliche Umwandung der heutigen agro-industriellen Landschaft in kleinteiligere Landwirtschaft um die A5 herum mit mehrjährigen Nutzpflanzen und viel höherem Potential, Kohlenstoff im Boden und den Pflanzen selbst zu binden. Dazu kommt dann auch noch eine teilweise Renaturierung.
Auch wenn man brav seine lokale Mobilität überdenkt, bleibt der Dämon Autobahn unangetastet, weiterhin angebetet und er wird voller Angst hinter großen Barrieren eingesperrt – gerade wie King Kong. Lieber schnürt man sich Frankfurt die Kehle ab, durch die es Frischluft atmet, als kurz vor dem Frankfurt Kreuz nach Norden bzw. vor dem Bad Homburger Kreuz Richtung Süden je ein Schild mit Tempo 80/60 aufzustellen und auf den aus der Zeit gefallenen Ausbau zu verzichten. Wenn da zukünftig Menschen wohnen, müssen die Autos zurückstehen.
Gut ist aber, dass in einigen Entwürfen ÖPNV über den Auftrag hinausgedacht wurde.
Mittlerweile könnte über unterirdische gasisolierte Leitungen als Alternative zur offenen Hochspannungstrasse nachgedacht werden. Technisch funktionieren die schon bis zu 1.100 kV. Bei den hier vorliegenden Spannungen und bevor es spruchreif ist wird es sie sicherlich auch ohne SF6 und günstiger als heute geben.
Für eine konkrete Vorstellung möchte ich noch anregen, ein paar „use cases“, d.h. Lebenssituationen zu durchdenken: Der Arbeiter im Schichtbetrieb am Terminal 3, der Kassierer, die Oberärztin im Nordwest-Krankenhaus, die Freiberuflerin, der Vertriebsmitarbeiter, der vor allem im Home-Office arbeitet, mit und ohne Kinder etc. Wo in den Quartieren werden sie wohnen, wie kommen sie zur Arbeit, zur Schule, wo bekommen sie ihr Essen her?

Dietrich Andernacht

ID: 807 30.05.2020 17:28

"Die Integration der Mikropolis in den Kontext ist nicht verhandelbar" heißt es im Erläuterungstext. Das wird den Planungsdezernenten sicher freuen, denn dies ist ganz sein Sprachgebrauch. Weiter heißt es "Hier entsteht ein neuer Ort für alle und mit allen. Zugänglichkeit ist Voraussetzung, sie muss hergestellt werden sowohl in Richtung der angrenzenden Ortslagen und Infrastrukturen als auch darüber hinaus in einen weitgehend unsichtbaren Raum jenseits der Autobahn, nach Weißkirchen, Steinbach und Eschborn." Aus diesem weitgehend unsichtbaren Raum möchte ich mich nun mit zwei Hinweisen melden: Das Konzept des ÖPNV sieht vor, dass "ein Subsystem in einer großen Kreisbewegung und eng getaktet MIKROPOLIS mit Praunheim, der Nordweststadt und Niederursel zu einer Stadt der Quartiere verbindet." Zugleich wird festgestellt: "Die Erschließung von MIKROPOLIS durch den MIV folgt dann der Strategie der maximalen Umwege." Wahrscheinlich also über den "weitgehend unsichtbaren Raum" (s.o.). Wenn das mal kein Beispiel für gute Nachbarschaft wird.

Erik Rohnfeld

ID: 801 30.05.2020 16:33

Ja, was soll das denn darstellen? Viel esoterisches Gerede ohne Inhalt. Irgendwelche bunten Pixel in die Gegend zu schmeißen, die keinerlei Stadträume erkennen lassen, hat doch nicht mal mehr ansatzweise was mit Stadtplanung zu tun. Wo soll wie und wie dicht gebaut werden, wo ist Landschaft, wo Stadt, wo Parks, Plätze, Straßen, ÖPNV? Alles nicht im Geringsten zu erahnen. Und dann wird tatsächlich noch die furchtbar hässliche Nordweststadt als positiver Anknüpfungspunkt dargestellt, die aber doch das Sinnbild schlechthin für vermurksten Nachkriegsstädebau ist...
Thema verfehlt. Setzen, Sechs!
Unterm Strich muss leider konstatiert werden, dass alle Büros die eh schon nicht hohen Erwartungen noch meilenweit unterboten haben. Und um einen städtebaulichen Wettbewerb mit Büros die Ahnung haben wie man guten traditionellen europäischen Städtebau betreibt, und der durch keinerlei Vorgaben dieser Entwürfe eingeschränkt wird, wird man da auf keinen Fall herumkommen.

Katharina Cranz

ID: 831 03.06.2020 13:39

Ich stimme Ihnen da stark zu, außer in dem Punkt über die "vermurkste Nordweststadt" - es ist wirklich sehr angenehm in diesem durchgrünten Gebiet, in dieser Gartenstadt zu leben. Schauen Sie einmal den Film "Raumstadt Nordweststadt" an, da wird das Konzept ganz toll greifbar. Und dieses Büro scheint von den in der "Nordi" umgesetzten Gedanken (ok, nicht perfekt umgesetzten Gedanken!) nicht viel begriffen zu haben.

Hans-Juergen Sasse

ID: 796 28.05.2020 16:59

Insgesamt ist mir dieser Vorschlag zu theoretisch und unkonkret. Die angedachte Überwindung der "Barriere A5" ist lobenswert udn doch etwas utopisch zugleich.

Grundsätzliche Anmerkungen:
Als Mitglied im Ortsbeirat 7 - zu dem auch Praunheim gehört - bin ich kein glühender Verfechter dieser Stadterweiterung, da liebgewonnene Freiflächen bebaut werden. Der eklatente Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt macht neben der Innenentwicklung (Nachverdichtung, Bebauung von Brachflächen) aber auch eine großflächige Außenentwicklung nötig. Leider sind in der Vergangenheit gerade die Umlandkommunen ihren Zukunftsaufgaben nicht gerecht geworden und haben zuwenig Baugebiete auf ihrem Gemeindegebiet ausgewiesen oder diese nur mit fächenraubenden Einfamilienhäusern bebaut. es ist bedauerlich, dass sich nun gerade solche Kommunen dagegen ausprechen, dass nun Frankfurt die Verantwortung für eine angemessene Wohnraumversorgung übernimmt.