PLANUNGSTEAM 2

bb22 architekten + stadtplaner (Frankfurt) mit LolaLandscapeArchitects (Rotterdam), Meixner Schlüter Wendt Architekten (Frankfurt), Transsolar (Stuttgart)

Die Grundidee des Planungsteams

Die kommentierte Zwischenpräsentation

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Was sagen Sie zu diesem Konzept? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was wollen Sie dem Planungsteam für die weitere Bearbeitung mitgeben?

 

Kommentare (20)

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Gerhard Ohl

ID: 850 03.06.2020 21:06

Grundsätzliche Zustimmung zu der Stadterweiterung aus folgenden Gründen:
1. Frankfurt ( mit Rhein-Main ) wächst als einzige Großstadt in Deutschland; diesem ist Rechnung zu tragen; die meisten hier in Niederursel/Nordweststadt Lebenden sind doch auch Zugezogene. Ein Einschränken der Zuzugswilligen zu fordern ist anmaßend. Die Anbindung der 3 angrenzenden Stadtteile Niederursel, Nordwest, Praunheim ist notwendig.
2. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist überfällig, kann aber nur von der Stadt realisiert werden und sollte nicht in Privathände gelegt werden, sonst geschieht Ähnliches wie auf dem Riedberg - Forderung nach städtebaulischem Konzept wird vom Planungsteam aufgegriffen.
3. Natur mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu verbinden beinhaltet viel Gestaltungsmöglichkeit- Das Argument hier kostbaren Boden zu opfern kann ich nicht teilen - die derzeitig genutzte Landwirtschaftsfläche dient in erster Linie dem Ausführen von Hunden und als Durchgangsstrecke für Radfahrer zum Taunus. Jahrzehntelange konventionelle Landwirtschaft hat hier durch Pestizide und Übernitrierung alles Lebendige vertrieben und zur Grundwasserverunreinigung beigetragen. Dies als zur Grundversorgung notwendig und als Naherholungsgebiet nötig zu erachten, dem kann ich mich nicht anschließen.
Die Renaturierung, wie es das Planungsteam zeigt, ist ein zu begrüßender Vorschlag - mehr Privatinitiative fördern, kleinteilige Garten- und Landschaftspflege ermöglichen; Wasserplätze schaffen; dann ist es auch wieder für Kleintiere und Vögel möglich, sich anzusiedeln.
4. Autofreie Zonen schaffen, park and ride Plätze, Carsharing, Radnutzung; Anbindung ans öffentliche Schienennetz - dieser neue Stadtteil könnte ein Vorzeige - ja Vorbildprojekt werden.
5. Lärmschutz wird gerade schon verbessert -ist auch schon deutlich spürbar durch die Aufschüttung entlang der BAB.

Konstruktive Vorschläge:
1.Bebauungsmodelle prüfen - es muss nicht immer Beton sein; Beispiele in anderen Stadten ( z.B. Tübingen ) zeigen, dass z.B in Holzständerbauweise auch mehrstöckiger Wohnraum möglich und kostengünstig ist;lässt sich zudem in Fertigbauteilen viel schneller herstellen; ökologische Gesichtspunkte, auch Recyclebarkeit von Baustoffen ist mehr den je gefordert.
2.Mehr offenes Gelände, weniger zubetonieren; als Geh - oder Fahrradwege gehen auch befestigte Strecken; öffentliche Plätze schaffen, wo Kleingewerk und Einzelhandel auch ihren Platz finden: das schafft Anziehungskraft auch für die benachbarten Anwohner.
3.Verbindung unter der oder über die Autobahn herstellen - ohne Einhausung wohl schwer realisierbar, da wohl zu teuer (siehe Niederurseler Autobahnbrücke) = Todesstreifen ( laut, unwirtlich ). Vielleicht da eher kleine EInkaufszentren direkt über der Autobahn konzipieren, ähnlich den Brückenrestaurants auf den französischen Autobahnen - wäre dann auch von der westlichen Autobahnseite gut zu erreichen und man könnte da Frankfurt begegnet Weißkirchen/Steinbach - Treffs einrichten ( dies ist eher ironisch gemeint ).

Monika Dickhaus

ID: 849 03.06.2020 18:57

Wurde was zum Lärmschutz gesagt? Wenn ich das überhört habe, dann liegt es vielleicht an der nicht so prominenten Stellung dieser Problematik bei der Vorstellung.
Neben vielen anderen Problemen, die sich bei der Bebauung dieses Gebietes stellen, und neben einigen Plus', die eine Bebauung in diesem Gebiet bringen kann - sei es für Wohnungssuchende, sei es für den Bestand - ist der Lärmschutz m.E. ein wesentlicher und sehr ernst zu nehmender Punkt - zumal man augenscheinlich nicht willens ist, dieses Problem mit offensichtlichen Mitteln wie einem konsequent durchgesetzten Tempolimit 100, das im Kölner Stadtring z.B. selbstverständlich ist, anzugehen.
Es ist v.a. deshalb wesentlich, weil es ein attraktives Gebiet werden soll, ein gut durchmischtes, nicht eins, wo man nur hinzieht, weil man keine andere Wohnung findet - das um so mehr, wenn man sich so "mutig" über die von der Regionalversammlung gesetzten Grenzen hinwegsetzt.
P.S. Die zu gießenden Obstkisten auf den Dächern sind sicherlich gut gemeint gewesen.

Katharina Cranz

ID: 836 03.06.2020 14:32

Wie bei allen Teams wird ignoriert, dass
• westlich der A5 gar nicht mehr gebaut werden soll
• die A5 auf 8-10 Spuren erweitert werden soll
An diesem Entwurf ist die durchdachte ökologische Ausrichtung zu loben, und dass sich mit den Verhältnissen vor Ort tatsächlich auseinandergesetzt wurde – mit teils aber aber falschen Schlussfolgerungen. Der Gedanke, die Dachflächen einen Teil der Landschaft werden zu lassen ist z.B. prinzipiell super, auch dass die Dachhöhen nicht so groß sein sollen. Ein Foto zeigt eine Frau, die Gartenkisten auf einem Dach bewässert. Aber konkret ist es so, dass gerade diese Dachflächen den starken Winden aus dem Taunus ausgesetzt sein würden, und dass es praktisch unmöglich wäre, diese konsquent zu bewässern… Die Niederschläge nehmen von Jahr zu Jahr ab. Das ist, so sagt die alltägliche Erfahrung des Lebens hier, kaum möglich, das auf Niederschlag und Fließwassern basierende Grundsystem dieser Planung umzusetzen. Der einzige Grund, weshalb die Felder dieses Gebiets so ertragreich sind, ist die Bodenbeschaffenheit vor Ort, die Wasser sehr tief speichern kann. Die Erdoberfäche ist jetzt Ende Mai bereits vollkommen trocken und aufgesprungen. In diesem Kontext sind die schön gedachten Dachgärten eine Illusion.
Dasselbe gilt für die euphemistisch als solche bezeichneten „Fließgewässer“. Lediglich der Urselbach ist (meistens) ein solches. Der Steinbach führt die meiste Zeit nur Steine statt Wasser. Der Lachgraben ist eine hin und wieder vorzufindende Lache in einem Graben – gewesen. Er verläuft zu großen Teilen unter dem Paul-Kornfeld-Weg. Selbst wenn er „exhumiert“ würde, ließen sich weder vom Lachgraben noch vom Steinbach irgendwelche Gewässer oder gar Seen natürlich anstauen lassen. Die Fotos der Präsentation sind ziemlich irreführend… Zugleich wird das Gebiet der Trinkbrunnen in Praunheim übrigens verbaut.

Weitere Fotos zeigen unterschiedliche urbane Platz- oder Landschaftsraumsituationen: Gibt die Größe des Gebietes zusätzlich zu den Wohn- und Mischbauten und den Verkehrswegen wirklich dreierlei Konzepte her, angelehnt an Orte wie den Campo de Fiori etc.?

Toll, dass Gebäude und Natur einander durchdringen sollen. Toll, dass der Fokus auf Radwege gesetzt wird und auf weniger MIV. Aber zugleich wird die RTW plus eine Straße oberirdisch gnadenlos zum Nordwestzentrum geführt, und ein bestehender Grünzug damit zerstört, ebenso wie die Lebensqualität des dann durchschnittenen Gebiets. Oder habe ich das nur falsch verstanden? Was ist eigentlich mit der bestehenden Wohnbebauung an der alten Ziegelei am Steinbach? Je länger man hinschaut, desto mehr fällt auf, dass mit Bestehendem nicht rücksichtsvoll integrierend umgegangen wird.

Johannes Lauterwald

ID: 835 03.06.2020 14:10

Prinzipiell geht es schon in die richtige Richtung, dass die Natur mit der Stadt verbunden wird. Und es wird versucht den Anschein zu erwecken, als ob man modern und innovativ denkt. Konkrete Konzepte sind aber nachwievor nicht da. Beispielsweise statt zu schreiben, wie man konkret das Ziel eines CO2-neutralen Stadtteils erreichen will, soll es ein autofreier Stadtteil werden oder nicht, wie sieht genau der verkehrliche Modalsplit aus und wie wird der Vordertaunus mit der Frankfurter Innenstadt verbunden (Ausbau bzw. generelle Anbindung über einen Radschnellweg von ungeheurer Bedeutung), gibt es eher allgemeine Floskeln, die gut klingen.Bei letzterem wäre sicherlich ein Ausbau bzw. generelle Anbindung über einen Radschnellweg von ungeheurer Bedeutung.
Im Bereich des Wohnungsbaus und der Gebäudeemissionen werden zwar Ideen vorgelegt, wie diese klimaneutral gestaltet werden können. Jedoch wird nicht gesagt, ob ein Schwerpunkt auf bezahlbaren Wohnraum gelegt werden soll. Zukünftige Stadtentwicklung muss den Anspruch haben Klimaneutralität und dennoch preiswerten Wohnraum zu vereinen. In letzter Zeit wurde immer wieder die Auffassung vertreten, dass man sich zwischen entscheiden müsse, zwischen hohen ökologischen und energetischen Standards und dem sozialen Wohnungsbau. Dies kann nicht sein ! Der Wohnpark in Alterlaa (Wien) macht es vor, wie man Grünflächen, Energiesuffizienz und sozialen Wohnungsbau zusammendenken kann und letzterem wieder attraktiv macht. Bedürfnisse, die alle Menschen haben, müssen gemeinschaftlich gedacht werden.
Bezüglich der Energiesuffizienz gilt noch zu sagen, dass es nicht mutig genug ist, zu sagen, wir wollen Gebäudeemissionen ausgehend von heute um 60 % zu reduzieren. Schon heute muss die klare Vorgabe gelten, dass wir die Netto Null im energetischen Bereich erreichen. Um die Klimaziele einzuhalten, muss der Gebäudebestand Frankfurts bis 2030 klimaneutral sein. Ein Projekt, das voraussichtlich gegen diese Zeit fertig gestellt wird oder kurz davor ist, fertiggestellt zu werden, muss diesen Anspruch haben und er ist umzusetzen, sobald die ersten Bewohner*innen einziehen.

Henrik Lohrberg

ID: 816 01.06.2020 13:37

Bemerkenswert ist der Bezug auf Klimaschutzziele. Gemeinsame Versorgung ist hier auch ein guter Ansatz. Offen bleibt die Frage, wo Autos untergebracht werden. Mit Tiefgaragen werden die Klimaziele über den Lebenszyklus nicht erreicht werden.
Dafür, dass die Planung im Westen der A5 eigentlich erst mal für die Schublade gedacht ist, wird diese Barriere früh und massiv übersprungen
Generell:
Für alle Entwürfe würde ich mir am Schluss eine CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus wünschen. Diese kann zu diesem Zeitpunkt natürlich nur als Zielvorgabe angesehen werden, da es am Schluss viel auf die Wahl der Baustoffe und technische Umsetzungen ankommt. Aber städtebaulich werden die Rahmenbedingungen gesetzt: Kommt man ohne Unterkellerung aus? Wie kompakt soll gebaut werden – Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser? Gibt es kollektive Energiesysteme? Wie ist die Gebäudeorientierung? Nicht zu vernachlässigen ist sicherlich eine mögliche Umwandung der heutigen agro-industriellen Landschaft in kleinteiligere Landwirtschaft um die A5 herum mit mehrjährigen Nutzpflanzen und viel höherem Potential, Kohlenstoff im Boden und den Pflanzen selbst zu binden. Dazu kommt dann auch noch eine teilweise Renaturierung.
Auch wenn man brav seine lokale Mobilität überdenkt, bleibt der Dämon Autobahn unangetastet, weiterhin angebetet und er wird voller Angst hinter großen Barrieren eingesperrt – gerade wie King Kong. Lieber schnürt man sich Frankfurt die Kehle ab, durch die es Frischluft atmet, als kurz vor dem Frankfurt Kreuz nach Norden bzw. vor dem Bad Homburger Kreuz Richtung Süden je ein Schild mit Tempo 80/60 aufzustellen und auf den aus der Zeit gefallenen Ausbau zu verzichten. Wenn da zukünftig Menschen wohnen, müssen die Autos zurückstehen.
Gut ist aber, dass in einigen Entwürfen ÖPNV über den Auftrag hinausgedacht wurde.
Mittlerweile könnte über unterirdische gasisolierte Leitungen als Alternative zur offenen Hochspannungstrasse nachgedacht werden. Technisch funktionieren die schon bis zu 1.100 kV. Bei den hier vorliegenden Spannungen und bevor es spruchreif ist wird es sie sicherlich auch ohne SF6 und günstiger als heute geben.
Für eine konkrete Vorstellung möchte ich noch anregen, ein paar „use cases“, d.h. Lebenssituationen zu durchdenken: Der Arbeiter im Schichtbetrieb am Terminal 3, der Kassierer, die Oberärztin im Nordwest-Krankenhaus, die Freiberuflerin, der Vertriebsmitarbeiter, der vor allem im Home-Office arbeitet, mit und ohne Kinder etc. Wo in den Quartieren werden sie wohnen, wie kommen sie zur Arbeit, zur Schule, wo bekommen sie ihr Essen her?

Thomas Schmeiduch

ID: 811 31.05.2020 17:56

Eine weitere kritische Infrastruktur ist die Kommunikation! Wird diese Infrastruktur auch berücksichtigt? Lassen sich an den Standorten problemlos Sendemasten hinstellen? Wurde mit eingeplant, dass jeder Haushalt eine Glasfaseranbindung erhalten soll, sodass diese Trassen mit in der Planung sind? Am Ende stellt sich heraus, dass die Häuser gebaut worden sind, aber die Telekom o.ä. verweigert den Ausbau, weil etwas nicht geplant war. Das ist Voraussetzung für die angehende Digitalisierung und zukünftige Ökonomie!

Erik Rohnfeld

ID: 802 30.05.2020 16:39

Dieser Entwurf ist noch der Einäugige unter den Blinden, und das aber mit großem Abstand! Landschaftsplanung, mit Seen und Wald und Art der Überwindung der A5 kann durchaus überzeugen und beinhaltet viele gute Ideen. Die grundsätzliche Anordnung der fünf Quartiere macht auch halbwegs Sinn und der zu erahnende Grundriss erinnert zumindest in ein paar wenigen Bereichen und bei den grundsätzlichen Ideen noch halbwegs an Stadt. Wenn man allerdings die Bebauungsvorschläge sieht, wird einem übel. Wenn das Städtebau sein soll, muss man sich über den Widerstand der Nachbarn nicht wundern, und würde ich sogar unterstützen! Attraktive Stadträume wird man mit solch funktionalistischem Unsinn nicht im Geringsten schaffen können. Daher den Städtebau selbst, inklusive der Lage und Gestaltung aller Plätze und Stadtstraßen und ebenfalls daraus zu entwickelnde Vorgaben für die Architektur, dann besser Leuten überlassen, die davon Ahnung haben: Krier, Karl Richter oder Mäcklers Institut für Stadtbaukunst wären die richtigen Adressen.
Das ÖPNV-Konzept allerdings kann überhaupt nicht überzeugen. Die U7 gehört auf jeden Fall über die T+R Taunusblick (mit P+R-Parkhaus!) auf relativ direktem Wege Richtung Steinbach verlängert, und kann dabei sicherlich auch Teile der neuen Stadtviertel mit anbinden. Aber für Feinerschließung ist die U-Bahn einfach untauglich, die hat ihre Vorteile in anderen Bereichen. Überhaupt sollten sich die Entwurfsverfasser mal Gedanken machen, wie das gesamte Frankfurter U-Bahn-Netz denn dann aussehen soll um diese seltsamen Stichstrecken mit halbwegs ordentlichen Takten verwirklichen zu können.

Hans-Juergen Sasse

ID: 797 28.05.2020 17:01

Die Planung der Freiräume ist sehr schön. Allerdings wird doch sehr viel "Baumasse" im westlichen Bereich untergebracht, das macht ein Realisierung unwahrscheinlich.

Grundsätzliche Anmerkungen:
Als Mitglied im Ortsbeirat 7 - zu dem auch Praunheim gehört - bin ich kein glühender Verfechter dieser Stadterweiterung, da liebgewonnene Freiflächen bebaut werden. Der eklatente Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt macht neben der Innenentwicklung (Nachverdichtung, Bebauung von Brachflächen) aber auch eine großflächige Außenentwicklung nötig. Leider sind in der Vergangenheit gerade die Umlandkommunen ihren Zukunftsaufgaben nicht gerecht geworden und haben zuwenig Baugebiete auf ihrem Gemeindegebiet ausgewiesen oder diese nur mit fächenraubenden Einfamilienhäusern bebaut. es ist bedauerlich, dass sich nun gerade solche Kommunen dagegen ausprechen, dass nun Frankfurt die Verantwortung für eine angemessene Wohnraumversorgung übernimmt.

Katja Klenner

ID: 773 24.05.2020 16:09

Alle Präsentationen sind doch Augenwischerei. Sie machen den dritten Schritt vor dem notwendigen zweiten: Die vom Stadtparlament beschlossene Voruntersuchung, die feststellen soll, ob in diesem Gebiet überhaupt gebaut werden kann, ist noch nicht mal fertig. Erst im Herbst 2021 sollen die Ergebnisse da sein - also nach den Kommunalwahlen. Damit haben die Bürgerinnen und Bürger im nächsten März keine Möglichkeit, über dieses Projekt abzustimmen. Was sie aber schon wissen: Die Regionalversammlung, die das Planungsrecht im Rhein-Main-Gebiet setzt, hat mit ihrem Beschluss vom 13.12.2019 einer Bebauung westlich der A5 erstmal einen Riegel vorgeschoben. Das wird hier in fast allen Präsentationen einfach ignoriert.

Man fragt sich daher, welche Aufgabenstellung die Architekturbüros eigentlich bekommen haben? Denn sämtliche Aspekte, die schon in den vom Planungsdezernat bisher vorgelegten Gutachten teilweise unter den Tisch gefallen sind, wie: bestehende Landschaftsschutzgebiete, Kaltwindströme- und -entstehungsgebiete, Entwässerung und Wasserschutzgebiete, Abstände zu Strom- und Gastrassen, Siedlungsabstände zwischen Frankfurt und den Taunusgemeinden, Abwicklung des Verkehrs für eine zusätzliche 30.000-Einwohnerstadt im Frankfurter Nordwesten etc. sind völlig außer acht gelassen. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass im Rhein-Main-Gebiet über 2000 Hektar Flächenreserve da ist, die sofort für Wohnungen bebaut werden könnte.

Stattdessen wird den Bürgerinnen und Bürgern vorgegaukelt, dass hier am Frankfurter Stadtrand mit einer Bebauung namens „Mikropolis“, „Plusstadt“ oder „Supergreen“ zugleich ein großzügiger Naherholungsraum entsteht, durch dessen „Übergangswald“ einmal Straßenbahnen ganz romantisch fahren und wo zu Füssen der zehnspurigen Autobahn A5 zukünftig Kaulquappen schwimmen werden - aber genau dieser Naherholungsraum ist schon da! Er hat mit die wertvollsten Böden, die es in Europa für die Landwirtschaft gibt (Bodenwert 80), er verfügt über wichtige Trinkwasservorräte für Frankfurt, leitet in heißen Sommern erfrischende Kaltluft ins Stadtgebiet, hat viele Spazierwege in der Natur, die - wie jetzt jeder in der Corona-Krise merken konnte - ganz wichtig sind, und er ist für die Bürgerinnen und Bürger in der Nordweststadt, Niederursel und Praunheim ein Teil ihres Zuhauses. Er würde mit dem „Stadtteil der Quartiere“ unwiederbringlich zerstört!

Katharina Cranz

ID: 837 03.06.2020 14:38

Ich stimme Ihnen sowohl emotional als auch in der Sache aus vollem Herzen zu! Aber trotzdem, ich bin alle Entwürfe ernsthaft durchgegangen, so gut ich konnte, um mich nicht von vornherein allem zu verschließen. Einzelne Aspekte, die gut sind, gibt es - aber vor allem "feuchte Architektenträume" angesichts einer (seltenen) großen zusammenhängenden Bebauungsfläche...

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 767 24.05.2020 14:29

Allgemeines: Für die Fläche besteht kein Baurecht, siehe Regionaler Flächennutzungsplan (RegFNP) und Sitzung des Regionalparlaments vom 13. Dezember 2019. Jede Bebauung der Flur bedeutete eine Versiegelung mit diesen Konsequenzen: weniger Versickerung ins Grundwasser; Gefährdung des Wasserwerkes Praunheim 2 (fördert 5 % des Frankfurter Trinkwassers); mehr Kapazitäten für Starkregenabflüsse notwendig; keine Kaltluftentstehung mehr (ein gravierender Nachteil für die Bürger der umgebenden Viertel); weitere ca. 5 % Mehrbedarf an Trinkwasser für 30.000 bis über 40.000 Neubürger: Soll das aus dem in heißen Sommern bereits an erheblicher Trockenheit leidenden Vogelsberg kommen?

Spezielles:
1. Umfang: alle 6 Quartiere, große Zwischenbereiche, A5 lang überbrückt, sehr umfassende Darstellung. Eher verwirrend.
2. Ein Foto des Steinbachs (Folie 8) wird zeigt in Wahrheit den wasserführenden Urselbach. Der Steinbach liegt aber die meiste Zeit des Jahres trocken. So wird der Betrachter an der Nase herumgeführt.
3. Ein Foto vom Campo dei Fiori (Markt in Rom – Folie 41) wird als Beispiel für die Urbanität des zukünftigen Quartiers gezeigt. S
Auch so wird der Betrachter an der Nase herumgeführt.
4. „Urban Gardening“: Ein Foto zeigt, dass dafür Kisten mit Erde aufgestellt werden. So ein Unsinn. Der Boden hier hat doch bereits beste Güte (Bodenwert 80). Da kann man doch Gardening direkt im Boden betreiben.
5. Neuer „Science Innovation Corridor“: Eine Verbindung vom Riedberg über das westliche Quartier, Eschborn, Höchst bis zum Flughafen. Was könnte denn damit gemeint sein?
6. „A5 verschwinden lassen“: Die schlechte Luft der A5, die bald auf 10 Spuren erweitert wird, kann auch durch Landschaftsbrücken bzw. -tunnel nicht beseitigt werden, denn sie kommt ja aus beiden Tunneleingängen heraus. Der Lärm wird zwar im Verlauf eines Tunnels begrenzt, aber so ein Tunnel blockiert leider wie Lärmschutzwälle oder Gebäuderiegel die lokalen Kaltluftwinde.
7. „Industriegebiet mit Raststätte Taunusblick verbinden“: Dazu wäre doch eine A5-Abfahrt notwendig. Dann hätten wir die MIV-Pendler in den westlichen Vororten. Das wollen die Bürger im Nordwesten keinesfalls.
8. Neue „Regionalstadt Rhein-Main“: Das hört sich genau nach dem Konstrukt an, das die Umlandgemeinden Eschborn, Steinbach und Weißkirchen „Siedlungsbrei“ nennen und auf jeden Fall verhindern wollen. Außerdem: Frankfurt ist doch genügend Metropolstadt.