PLANUNGSTEAM 4

KH STUDIO (Paris)

Die Grundidee des Planungsteams

Die kommentierte Zwischenpräsentation

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Was sagen Sie zu diesem Konzept? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was wollen Sie dem Planungsteam für die weitere Bearbeitung mitgeben?

 

Kommentare (14)

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Katharina Cranz

ID: 852 03.06.2020 23:22

Wie bei allen Teams wird ignoriert, dass
• westlich der A5 gar nicht mehr gebaut werden soll
• die A5 auf 8-10 Spuren erweitert werden soll
- allerdings ist bei diesem Konzept auch vorstellbar, es nur im Osten der A5 entstehen zu lassen und dann in Kommunikation mit den im Westen angrenzenden Gemeinden behutsam fortzuentwickeln.
Behutsamkeit und Nachdenklichkeit zeichnet in meinen Augen dieses Konzept aus. Als einzige Planungsgruppe zieht dieses Team in Betracht, dass sich der Individualverkehr sowohl verringern als auch dass er durch Elektromobilität leiser werden wird. So würden monströse Verhüllungsversuche der Autobahn, die dann vielleicht doch nicht verbreitert würde, wegfallen. Wünschenswert wäre das, denn alle Vorschläge von Überwallungen oder Umbauungen nehmen den Rhythmus aus der Landschaft, die quasi vom Taunus „heruntergeflossen“ kommt und durch die Autobahn bereits brutal zerschnitten ist. Es ist wie bei einer Zeichnung mit einem störenden Element: Je mehr man an dieser Stelle herumbastelt, um so mehr fällt sie auf. Sinnvoller ist es, den Fokus auf andere Stellen zu richten, die verstärkt werden.
Solche Stellen, die anstelle des nun einmal existierenden Bandes von A5 und Stromtrassen verstärkt würden, nimmt dieses Team in den Blick.
Das was einen starken positiven Eindruck bei mir hinterlässt, ist zugleich ein großer Kritikpunkt: Die beinahe philosophisch anmutende Herangehensweise in Form eines Palimpsests, das Erinnern an Demut vor der Natur (Vergleich Alter von Gebäuden und von Bäumen), die sanfte, leicht entrückt wirkende Erläuterung aus dem Off: All das macht dieses Konzept für die Allgemeinheit schwer zugänglich. Man hört zwar gerne zu, versteht aber erstmal nicht wirklich, was uns der Autor hier sagen will. „In gemeinsamen Archipelen zu navigieren“ ist für die Durchschnittsmenschen eventuell etwas zu „feinsinnig“.
Abgesehen davon gefällt mir sehr der Gedanke von einer gegenseitigen Durchdringung von Stadt und Natur als neuer Konstanten. Nur: Wenn ich dann die Realität einiger Planungsdetails betrachte, laufen diese dem eben genannten Gedanken und dem eines Palimpsests zuwider. Freud vergleicht, (sinngemäß) unser Gehirn mit einem Palimpsest, einem stetig neu überschriebenen Manuskript. Dabei ist außer der Aufnahmefähigkeit von Neuem die Bildung von Bewusstsein und Persönlichkeit nur möglich, wenn die Erhaltung vorangegangener Denkspuren gesichert ist. Wunderbar, diese Idee auf Landschaft und Architektur zu übertragen! Ich suche nach den Spuren, die wichtig zu erhalten wären für die „Persönlichkeit“ dieser Landschaft: Mir gefällt, dass in Niederursel genau gesehen wurde, was es dort an Kulturorten, Sportmöglichkeiten, Gärten, dem Lernbauernhof in Entstehung schon gibt. Irgendwie ist das bei Praunheim nicht ganz so gut geglückt. Was ist mit dem Wohngebäude und anderen Resten der alten Ziegelei? Was mit den Trinkbrunnen und dem Selbst-Pflück-Erdbeerfeld (ein kleines Archipel, in dem bereits gemeinsam navigiert wird), was mit besonderen Bäumen und mit Streuobstwiesen? Besonders dort, wo die RTW mitten durch Wohngebiet der Nordweststadt über Schule und Kindergärten und Spielplätze geführt wird, werden lebenswichtige vorhandene Spuren vernichtet – um den einen Kilometer zu Nordwestzentrum zu überwinden? Im Bus braucht man vom PraunheimerWeg nur wenige Minuten dorthin. Zu Fuß 15, mit dem Fahrrad 5 Minuten.
Abgesehen davon finde ich das Mobilitätskonzept einleuchtend und klar. Sehr gut die Frage, ob RTW- und U-Bahnschienen kompatibel sein könnten!

Robert Dilger

ID: 847 03.06.2020 18:50

Habe mir die sieben Planungsentwürfe angesehen, durchgelesen, die Präsentationen angeguckt und auch die Kommentare gelesen. Diese Kommentare sind alle sehr kundig, klug und gehaltvoll, die betreffenden Personen haben sich viel Mühe gegeben; der kritische Kommentar von Fr. Klemmer zum Planungsvorschlag 2 vom 24.5. 2020 fasst für mich die Situation am besten zusammen.
Zu fragen bleibt, warum noch weitergeplant werden muss, wenn bereits im Dezember 2019 das Regionalparlament „njet“ gesagt haben soll und kein Baurecht für die Fläche bestehe; ... wenn eigentlich offensichtlich ist, dass, egal mit welchen planerischen „Kunstgriffen“ man auch immer operiert, die derzeitige Situation am besten Frankfurt mit Kaltluft etc. versorgt; ... wenn einmal mehr wertvollste 80 Böden, die wir für eine stadtnahe Nahrungsmittelproduktion benötigen, zubetoniert werden; ... wenn außerdem und überhaupt die Frage der A5 und der Stromtrassen völlig außer acht gelassen werden muss, die eigentlich ja nur durch einen Doppelstocktunnel der A5 bzw. durch Verkabelung der Stromtrassen befriedigend, sinnvoll, nachhaltig und menschenwürdig gelöst werden kann; .... wenn .... wenn .... wenn … dann fühlt man beim Lesen und Analysieren dieser Planungen einen grundsätzlichen Ärger hochsteigen. Weil? Weil anscheinend erneut und wider besseres Wissen und Argumente eine Stadtentwicklung mit allen Tricks und Finten vorangetrieben werden soll, die langfristig die Lebensqualität in der Stadt selbst verschlechtern wird.
Daneben gibt es in den einzelnen Plan-Entwürfen immer wieder planersprachliche Entgleisungen, kritisch zu hinterfragende Basic-Konzepte und teils schwer- bis unverständliches sprachliches Geschwurbele.
Grundsätzlich fehlen für mich (mit unterschiedlicher Gradierung) die planerischen Ableitungen zu Nachhaltigkeit, Tragfähigkeit, Resilienz, CO2- und eco-footprint etc., die doch eigentlich das Primat/ Basis / Voraussetzung für alles (Stadt)Planerische darstellen müssten, wenn wir die verschiedenen regionalen, nationalen und internationalen aufeinander bezogenen Agendas (Sustainable Development Goals (SDG) 2030, Klimaziele, Nachhaltigkeitskonzepte etc.) überhaupt ernst nehmen wollen. In dieser Hinsicht sind für mich alle 7 Entwürfe mangelhaft bis ungenügend; jedoch zeigen wenigstens Plan 2, 5 und 7 unterschiedliche positive Ansätze, die man, wenn es rechtlich tragfähige Grundlagen geben sollte, weiterentwickeln könnte.

Tanja Clauß

ID: 826 02.06.2020 08:41

Und auch hier wieder ein Mangel wie in vielen Konzepten. Um das Projekt in den bestehenden Stadtteilen an Akzeptanz gewinnen zu lassen, ist es wichtig, dass diese von jeglichen weiteren MIVerkehr verschont bleiben. Ich frage mich, warum stets die Idee dominiert, den MIV über die Ludwig-Landmann-Straße und - noch absurder - in den Praunheimer Weg ein - und abzuleiten. Wir glauben ja an eine bessere Welt, aber an einen wirkliche Verkehrswende glaube ich nicht. Von leiser E-Mobilität träume ich auch, aber die wird bestimmt aus Sicherheitsgründen dann doch wieder künstlich "verlautet" werden. Wer hier jenseits von Corona seinen Alltag verbringt, merkt dass wir hier sonderbarerweise auch ohne den neuen Stadtteil im Verkehr versinken. Die alten Stadtteile mitdenken hat in einem anderen Konzept gut geklappt. Es ist schön, wenn der neue Stadtteil eine neue Mobilität lebt, aber die angrenzenden Lebensräume brauchen auch Perspektiven.

Henrik Lohrberg

ID: 818 01.06.2020 13:39

Wasserwirtschaft offen zu halten klingt gut. Welche Gedanken kann man sich darüber hinaus bezüglich energetischer Wirtschaft machen? Erlaubt die offene Gestaltung z.B. einen ausreichenden Abstand zwischen den Häusern, um eine bessere Nutzung von Sonnenlicht zu erlauben?
Integration von Stellplätzen in Gebäude bedingt Tiefgaragen und Beton. Wenn die Kerne schon autofrei bleiben, dann können die Autos auch in Quartiersgaragen bleiben.
Generell:
Für alle Entwürfe würde ich mir am Schluss eine CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus wünschen. Diese kann zu diesem Zeitpunkt natürlich nur als Zielvorgabe angesehen werden, da es am Schluss viel auf die Wahl der Baustoffe und technische Umsetzungen ankommt. Aber städtebaulich werden die Rahmenbedingungen gesetzt: Kommt man ohne Unterkellerung aus? Wie kompakt soll gebaut werden – Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser? Gibt es kollektive Energiesysteme? Wie ist die Gebäudeorientierung? Nicht zu vernachlässigen ist sicherlich eine mögliche Umwandung der heutigen agro-industriellen Landschaft in kleinteiligere Landwirtschaft um die A5 herum mit mehrjährigen Nutzpflanzen und viel höherem Potential, Kohlenstoff im Boden und den Pflanzen selbst zu binden. Dazu kommt dann auch noch eine teilweise Renaturierung.
Auch wenn man brav seine lokale Mobilität überdenkt, bleibt der Dämon Autobahn unangetastet, weiterhin angebetet und er wird voller Angst hinter großen Barrieren eingesperrt – gerade wie King Kong. Lieber schnürt man sich Frankfurt die Kehle ab, durch die es Frischluft atmet, als kurz vor dem Frankfurt Kreuz nach Norden bzw. vor dem Bad Homburger Kreuz Richtung Süden je ein Schild mit Tempo 80/60 aufzustellen und auf den aus der Zeit gefallenen Ausbau zu verzichten. Wenn da zukünftig Menschen wohnen, müssen die Autos zurückstehen.
Gut ist aber, dass in einigen Entwürfen ÖPNV über den Auftrag hinausgedacht wurde.
Mittlerweile könnte über unterirdische gasisolierte Leitungen als Alternative zur offenen Hochspannungstrasse nachgedacht werden. Technisch funktionieren die schon bis zu 1.100 kV. Bei den hier vorliegenden Spannungen und bevor es spruchreif ist wird es sie sicherlich auch ohne SF6 und günstiger als heute geben.
Für eine konkrete Vorstellung möchte ich noch anregen, ein paar „use cases“, d.h. Lebenssituationen zu durchdenken: Der Arbeiter im Schichtbetrieb am Terminal 3, der Kassierer, die Oberärztin im Nordwest-Krankenhaus, die Freiberuflerin, der Vertriebsmitarbeiter, der vor allem im Home-Office arbeitet, mit und ohne Kinder etc. Wo in den Quartieren werden sie wohnen, wie kommen sie zur Arbeit, zur Schule, wo bekommen sie ihr Essen her?

Thomas Schmeiduch

ID: 810 31.05.2020 17:56

Eine weitere kritische Infrastruktur ist die Kommunikation! Wird diese Infrastruktur auch berücksichtigt? Lassen sich an den Standorten problemlos Sendemasten hinstellen? Wurde mit eingeplant, dass jeder Haushalt eine Glasfaseranbindung erhalten soll, sodass diese Trassen mit in der Planung sind? Am Ende stellt sich heraus, dass die Häuser gebaut worden sind, aber die Telekom o.ä. verweigert den Ausbau, weil etwas nicht geplant war. Das ist Voraussetzung für die angehende Digitalisierung und zukünftige Ökonomie!

Erik Rohnfeld

ID: 804 30.05.2020 16:45

Freiraumplanung sehr einfallslos. Und die Stadtplanung sogar ist einfach nur ein schlechter Witz! Diese diffusen Rechtecke sind nicht ansatzweise geeignet halbwegs attraktive Stadträume entstehen zu lassen. Einzig Größe und Anordnung der vier Stadtquartiere an sich hat Potenzial (auf keinen Fall jedoch die der dortigen Bauparzellen die völlig antiurban angeordnet sind) - wurde aber in ähnlicher Weise bei anderen Vorschlägen schon vorgebracht, und dort auch deutlich besser umgesetzt.
Die U7 wird viel zu umwegig geführt und als Straßenbahn missbraucht, und bindet dabei noch nicht mal die T+R Taunusblick mit an, die ein absolutes must-have für ein P+R-Parkhaus ist.
Unterm Strich muss leider konstatiert werden, dass alle Büros die eh schon nicht hohen Erwartungen noch meilenweit unterboten haben. Und um einen städtebaulichen Wettbewerb mit Büros die Ahnung haben wie man guten traditionellen europäischen Städtebau betreibt, und der durch keinerlei Vorgaben dieser Entwürfe eingeschränkt wird, wird man da auf keinen Fall herumkommen.

Hans-Juergen Sasse

ID: 793 28.05.2020 16:52

Wer das Projekt der Stadterweiterung grundsätzlich ablehnt, wird gerade diesem Vorschlag wenig abgewinnen können, da er die städtebauliche Entwicklung im Westen konzentriert. Zudem ist die Verzahnung mit den vorhandenen Stadtteilen nicht gut gelungen. Trotz guter Ansätze in der angdachten Verkehrserschließung sehe ich für diesen Vorschlag kaum Realisierungschancen.

Grundsätzliche Anmerkungen:
Als Mitglied im Ortsbeirat 7 - zu dem auch Praunheim gehört - bin ich kein glühender Verfechter dieser Stadterweiterung, da liebgewonnene Freiflächen bebaut werden. Der eklatente Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt macht neben der Innenentwicklung (Nachverdichtung, Bebauung von Brachflächen) aber auch eine großflächige Außenentwicklung nötig. Leider sind in der Vergangenheit gerade die Umlandkommunen ihren Zukunftsaufgaben nicht gerecht geworden und haben zuwenig Baugebiete auf ihrem Gemeindegebiet ausgewiesen oder diese nur mit fächenraubenden Einfamilienhäusern bebaut. es ist bedauerlich, dass sich nun gerade solche Kommunen dagegen ausprechen, dass nun Frankfurt die Verantwortung für eine angemessene Wohnraumversorgung übernimmt.

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 769 24.05.2020 14:37

Allgemeines: Für die Fläche besteht kein Baurecht, siehe Regionaler Flächennutzungsplan (RegFNP) und Sitzung des Regionalparlaments vom 13. Dezember 2019. Jede Bebauung der Flur bedeutete eine Versiegelung mit diesen Konsequenzen: weniger Versickerung ins Grundwasser; Gefährdung des Wasserwerkes Praunheim 2 (fördert 5 % des Frankfurter Trinkwassers); mehr Kapazitäten für Starkregenabflüsse notwendig; keine Kaltluftentstehung mehr (ein gravierender Nachteil für die Bürger der umgebenden Viertel); weitere ca. 5 % Mehrbedarf an Trinkwasser für 30.000 bis über 40.000 Neubürger: Soll das aus dem in heißen Sommern bereits an erheblicher Trockenheit leidenden Vogelsberg kommen?

Spezielles:
1. Alle 6 Quartiere mit viel Freiraum.
2. Bis auf die angeführten Kritikpunkte sehr einfühlsam.
3. Euphemismen, Fremdwörter: Palimpsest, Cyclopolityaner
4. „Farm City Urselbach“: Wieso werden hier Maßnahmen im Urselbachtal in die Konzeption einbezogen? Das liegt doch deutlich außerhalb der Quartiergrenzen. Außerdem ist dort eine naturnahe Auenlandschaft mit Sportplätzen und Weiden vorhanden. Das sollen die Architekten bitte so lassen.
5. „Campus Steinbach“: Dieser Begriff verbietet sich, weil Steinbach ebenso wie die anderen westlichen Kommunen strikt gegen eine Bebauung westlich der A5 eingestellt sind.
6. Durchgangsstraße von Rosa-Luxemburgstraße über das Westquartier und die A5 bis Praunheim / Ludwig-Landmann-Straße. Das würde heftigen Durchgangsverkehr bringen, der doch nicht gewollt ist.
7. Lärmschutzwände werden hier weggelassen. Wird der Krach der Autobahn dann virtuell gedämpft?

Philipp Sturm

ID: 762 23.05.2020 14:17

Verteilung der Wohnmassen östlich und westlich der A5 nicht ausgewogen. Im Westen wirkt die Planung sehr zersiedelt, sodass der Vorschlag in den Taunusgemeinden schnell zerredet werden wird.
Sehr gute Planung des Stadtbahnnetzes. Es sollte westlich der Autobahn nur ein Quartier entstehen.
Erhaltung von Grün- und Landschaftsraum lobenswert, sollte aber insgesamt für die BewohnerInnen noch attraktiver gestaltet werden. Mehr Wasserflächen beispielsweise.

Uwe Stein

ID: 757 21.05.2020 14:15

Diese Variante gefällt mir wegen der konzeptionellen Anbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel