PLANUNGSTEAM 2

bb22 architekten + stadtplaner (Frankfurt) mit LolaLandscapeArchitects (Rotterdam), Meixner Schlüter Wendt Architekten (Frankfurt), Transsolar (Stuttgart), W. Canzler / A. Knie (Berlin)

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Die kompletten Planungsunterlagen des Teams: 
 
Studien zu Stadt und Landschaft: Teil 1 und Teil 2

Was sagen Sie zu diesem Entwurf? Was gefällt Ihnen hieran? Wo sehen Sie die Stärken? Was fehlt Ihnen an diesem Ergebnis?

Der Begriff der „PlusStadt“ steht für den Anspruch, in allen Belangen eine Verbesserung des Status Quo vor Ort zu erzielen. Gleichzeitig wird ein ganzheitlicher Planungsansatz verfolgt, der ökologische, soziale, wirtschaftliche, räumliche, verkehrliche und soziale Aspekte der Planung zu einem zukunftsfähigen, übergreifenden Stadtkonzept integriert.

Die städtebauliche Struktur entwickelt sich aus der bestehenden Landschaft. Topografie, Fließwege des Oberflächenwassers, Bachläufe und landwirtschaftliche Parzellierung werden zu bestimmenden Gestaltungselementen.

Der besondere Charakter der PlusStadt basiert auf einer hohen baulichen Verdichtung bei gleichzeitiger Maximierung der Landschaftsräume und Freiflächen – sowohl im Quartiersmaßstab als auch bezogen auf das gesamte Plangebiet.

Die PlusStadt bezieht in ihrer Gestaltung die späteren NutzerInnen mit ein – Mobilität, Energie, Wasser und Produktion werden neu gedacht. Die vernetzten Kreisläufe in den Quartieren reduzieren den CO2-Abdruck der Bewohner auf ein Minimum. Dabei soll das Leben im Quartier Spaß machen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten – gemäß dem Motto „Mehrwert durch Nachhaltigkeit“.

Mit der PlusStadt bekommt die Region eine Mitte und regionalen Identifikationsort. Vielfältige Nutzungen und Freiraumangebote wie der Agrikulturpark, der Innovationscampus sowie vielfältige Mobilitätsangebote stehen nicht nur den Frankfurtern, sondern Nutzern aus der gesamten Region zur Verfügung.

Ziel des Agrikulturparks westlich der A5 ist der Erhalt der Ackerflächen und Umwandlung in ein ökologisch und ökonomisch zukunftsweisendes Gebiet mit hoher Biodiversität und gleichzeitigem Erholungsraum für die Nachbargemeinden.

Die großzügigen Freiflächen bilden grüne Brücken zwischen den Landschaftsräumen des Vordertaunus und den Grünzügen der Stadt Frankfurt.

Kommentare (13)

Ansgar Schulz-Mittenzwei

ID: 1.148 09.11.2020 16:44

Wir fragen uns hier, ob in der Vorstellung der Fachgutachten nicht das Thema Erdverkabelung der Stromtrassen zur Sprache kam bzw. präsentiert wurde und ebenso die Tieferlegung im Trog der 8-spurigen A5 oder besser noch -nach unserer Meinung- eine Tunnellösung der je 4 Spuren in eine Richtung untereinander (platzsparend, lärmabweisend). Wieso läßt sich das in HH, München und Wü realisieren, aber nicht in diesem Projekt.

Claudio Müssig

ID: 1.146 09.11.2020 14:47

Der Entwurf scheint auf den ersten Blick durchdacht. Zu wünschen bleibt, dass die Stadt nicht die gleichen Fehler wie bei allen Bauprojekten begeht; wie zB das Europaviertel, welches sich zur bloßen Schlafstätte ohne jedweden Flair entwickelt hat. Kleinteilige Bebauung, verkehrsberuhigte Bereiche, viel Platz, "dörflichen Charakter" sind das Gebot der Stunde. Ebenso sollte eine architektonische Vielfalt im Vordergrund stehen. Weiße Einheitskästen gibt es genug auf dem Riedberg. Die Stadt kann dies selbst steuern und entscheiden, ob sie ein Quartier der Zukunft plant oder möglichst schnell viel bauen will, ohne die Belange der Bürger zu berücksichtigen. Geld ist genug da. Wer hunderte Milliarden EURO für die Maßnahmen für Covid ausgegeben kann, der wird auch genug Geld haben, ein Quartier nach den Bedürfnissen der Menschen zu entwickeln. Vielleicht bleibt dies kein frommer Wunsch.

Der Entwurf ist jedenfalls überwiegend gelungen und scheint zumindest in der Planung die A5 gut einzubeziehen. Obwohl ein vollständige Einhausung noch attraktiver wäre. Wünschenswert wäre es, die Hochspannungsleitungen unterirdisch zu verlegen. Auch ist zu überlegen, ob neben Feldern ein Wald oder zumindest ein waldähnlicher Park größeren Raum einnehmen sollte.

Sylvia Weydert

ID: 1.145 08.11.2020 10:58

noch eine Ergänzung zum Thema Besonnung: '...ausschließlich
tagesbelichtete Wohneinheiten mit direkter Besonnung von mindestens einem Wohnraum...' dies sollte und ist m.E. auch ein Grundrecht, alles Andere wäre Menschenunwürdig. 1 Stunde Sonne im Wohnraum im Winter! Ist es so, wie wir in Zukunft leben wollen? Die Durchsonnung der Höfe und Hinterhöfe und die Nutzung für urban gardening stelle ich angesichts der Gebäudehöhen sehr in Frage

Sylvia Weydert

ID: 1.144 08.11.2020 10:52

Positiv erachte ich den Ansatz des Agrikulturparks sowie die weitgehende Freihaltung der Flächen westlich der A5. Leider ist das aber schon alles Positive. Entgegen der schriftlichen Erläuterungen entwickelt sich die Struktur nicht aus der bestehenden Landschaft und Topographie. Die partiellen Landschaftsbrücken verändern die Topographie kolossal. Leider ohne die erwünschte verbindende Wirkung, denn mit der Führung der U7 als Hochbahn wird eine neue massive Barriere geschaffen, sie bildet eine neue Wand Richtung Taunus. Dies wird besonders deutlich in den Schemaschnitten. Insgesamt nehmen die Infrastrukturmaßnahmen des ÖPNV enorme Flächen in Anspruch und belasten in hohem Maße die intakten Stadtteile Praunheim und Nordweststadt. Wie kann man auf die Idee kommen, eine Straßenbahntrasse durch die dichten Strukturen dieser Stadtteile anzulegen. Das Bild der Straßenbahn Straßburg ist ansprechend, hat mit der Situation hier aber nichts zu tun. Erschreckend sind die angedachten Baumassen in den Quartieren Taunusblick und Praunheimer Höfe. Aussagen zu Geschosshöhen habe ich nicht gefunden, die Schemaschnitte und die Visualisierung am Ende von Teil 2 sind aber sehr aussagekräftig. Taunusblick soll überwiegend mit gewerblichen Bauten bebaut werden und mit der Raststätte Taunusblick als Quartiersmittelpunkt. Das hat für mich nichts mit Stadtrandplanung zu tun. Befremdlich finde ich auch das Wald-Quartier Urseler Hang. Wenn man sich das Luftbild anschaut und vor Ort im Gebiet spazieren geht ist Wald kein natürlicher Bestandteil der offenen Landschaft und täuscht m.E. nur über die auch hier großen Gebäudevolumina hinweg, die zudem über die Gebietsgrenze fast bis an die Nachbargemeinden herangeführt werden. Ich vermisse Aussagen zur möglichen Anzahl an Wohnungen, zu den Anteilen von Wohnen und Gewerbe. Mich erschreckt diese Studie zutiefst und sie lässt jegliche Bezugnahme und Fortentwicklung der vorhandenen Bebauung vermissen. Nein, so darf Frankfurt nicht erweitert werden!

Anja Batke

ID: 1.139 07.11.2020 14:29

ergänzend noch: die Landschaftsbrücken finde ich sehr gut, wie es mit dem Schall dort ist, vermag ich nicht einzuschätzen.
Städtebaulich finde ich das Waldquartier und die Fortsetzung der Nordweststadt nicht überzeugend, da keine Ansätze für Urbanität entstehen.

Anja Batke

ID: 1.135 07.11.2020 13:51

Gut gefällt mir, dass nicht nur Landschaftskorridore, sondern zusammenhängende größere Landschaftsräume entstehen, wo Landwirtschaft in veränderter Form erhalten bleibt. Die landschaftliche Vernetzung mit den Nachbarkommunen, entlang der Wasserläufe, ist m. E. sinnvoll mitgedacht. Auch sinnvoll erscheint mir die Führung der U-Bahn-Trasse.

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 1.130 06.11.2020 18:03

Es sind zwei Landschaftbrücken über der A5 geplant. Sieht schön aus, aber wie las ich kürzlich: Aus den Tunnelöffnungen kommt dann der Autolärm wie aus einer großen Trompete. Dann muss also doch ein ca. 10 Meter hoher Lärmschutzwall gebaut werden, oder? Und im Tal westliche dr Mosaikschule kommen dann noch 6 m Damm hinzu, über den die A5 dort verläuft. Macht 17 m. Mit Sonnenuntergang über den Taunusbergen ist es dannn für die ordweststädter virbei. Und die schlechte Luft kommt ohnehin aus den Tunneln und mit den Westwinden über die Praunheimer Höfe. Weiterhin: Diese Autobahn soll von derzeit 6 auf 8 oder wie kürzlich in der Zeitung stand auf 10 Spuren erweitert werden. Das würden teure Brücken, die Frankfurt bezahlen müsste, denn der Bund sagt dazu: Ihr seht doch, dass die Autobahn hier verläuft, wenn ihr Tunnel haben wollt, dann bitte auf euer Budget.

Wolf-Rüdiger Hansen

ID: 1.129 06.11.2020 17:57

PlusStadt: Sympathisch, dass der Westen unbebaut bleiben soll. Aber im östlichen Quartier Praunheimer Höfe - die auf der Niederurseler Flur liegen! - sehen wir massive Wohnblöcke, die keine Winde passieren lassen würden. Zusätzlich zu bemängeln, dass auf der versiegelten Fläche ohnehin keine Kaltluft mehr entstünde. Weiterhin wird viel zu nah an die 380KV-Höchstspannungsleitungen gebaut. Der Hessische Landesentwicklungsplan LEP schreibt vor, dass hier 400 m Abstand gehalten werden müssen. Hier geplant ca. 50 m. Ist den Planern das Krebsrisiko für Anwohner eigentlich gleichgültig? Oder hat Ihnen das Stadtplanungsamt gesagt, sie mögen so eng an die Leitungen bauen wie auf dem Riedberg. Pardon, aber damals gab es die Bestimmung im LEP noch nicht.

Erik Rohnfeld

ID: 1.114 05.11.2020 10:56

Bei diesem Entwurf kann mittlerweile nur noch das ÖPNV-Konzept überzeugen. So ziemlich der einzige Entwurf mit einer anständigen Führung der U7 der auch P+R am Taunusblick ermöglicht. Das war es aber leider schon mit dem Positiven.
Bezüglich Stadt- und Landschaftsplanung war die mit Abstand beste Version dieses Entwurfs war die in Phase 1, seitdem ist dieser Entwurf nur massiv verschlechtert worden! Insbesondere die Ideen zum Städtebau sind mittlerweile absolut grauenhaft. Für die Quartiere Taunusblick und Praunheimer Höfe mag es noch gehen, da zumindest sowas ähnliches wie Blockrand, aber viel zu inkonsequent, zu grobschlächtig (keinerlei Kleinteiligkeit) und kaum wirklich städtische Straßen- oder gar Platzräume. Der nördliche Teil dieses Entwurfs und alles westlich der A5 ist gelinde gesagt eine einzige Frechheit! Völlig unnützer Landschaftsverbrauch durch unzählige Solitärbauten ohne jegliche städtebauliche Dichte, keinerlei Urbanität sondern einfach nur noch Zersiedelung. Und die unsägliche Nordweststadt wird sogar durch Wiederholung all ihrer Fehler erweitert. Sorry, aber gegen diese Murksplanung würde man in den Nachbarkommunen völlig zu Recht Sturm laufen!

Bernadette Gölzhäuser

ID: 1.102 28.10.2020 12:56

Bei diesem Konzept sehe ich auf den ersten Blick mehr Grünflächen, aber ... die dichte Bebauung erweckt den Eindruck eines weiteren "Europaviertels". Das tatsächliche Leben in einem solchen Quartier ist in der Wirklichkeit anders, als die Verfasser des Entwurfes sich wünschen.