Heddernheims römische Geschichte bewahren und nicht zubauen

Unser beschauliches Heddernheim hat eine große Vergangenheit. Vor fast 2000 Jahren wurde hier von römischen Soldaten die Stadt NIDA gegründet, und war über viele Generationen hinweg das Zentrum der Region. In der Stadt wurden Thermen, mehrere Tempel und Theater erbaut.

Die Gegend war 100 Jahre lang eine faszinierende Forschungsstätte für Archäologen, aber in den 20ger und 60er Jahren wurde das meiste für die Ernst May Siedlung und die Nordweststadt überbaut und ist für immer verloren. Jetzt hat das Denkmalamt das allerletzte Stadtviertel, das noch erhalten im Boden lag, erschlossen, aber die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft möchte nun auch diesen Bereich mit hohen Wohnblöcken zubauen.

Wir wollen diesen letzten Bereich, der noch vor Ort erhalten ist, nicht auch vernichten und fordern deshalb, dass hier ein Archäologisches Museum entsteht! Hier kann ein Ort entstehen, an dem unsere Kinder mit ihren Schulklassen in die Vergangenheit vor der Haustür schauen können! Man könnte zum Beispiel zeigen:

* Einen rekonstruierten Mithras-Kult-Keller, der Teil der Kultur vor allem von Römischen Truppen war
* Eine erhaltene Mauer eines großen Hauses, das uns erstaunen lässt vom Lebensstandard schon zur Zeit der Römer
* Ein Kultkeller, ein Holzkeller und
* Töpferöfen, wo das Alltagsleben bildlich vorstellbar wird

Die Stadt Frankfurt will für dieses letzte Teil von NIDA keinen Denkmalschutz festlegen, sondern ihn überbauen. Lassen wir diese unersetzlichen Erinnerungen doch nicht in Vergessenheit geraten! Man kann eine dauerhafter Ausstellung etablieren, Führungen für fachlich Interessierte anbieten, man kann die Schulklassen vor Ort auf eine Reise in eine fremde und vergangene Welt mitnehmen. Anstatt das Areal einfach nach Schema F zuzubauen, könnte manhier ein Kleinod schaffen, dass die Nordweststadt endlich mit ihrer Geschichte verbindet und auch für Besucher attraktiver macht!

Wohnungsbau Heddernheim

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Umsetzung

Das Baugrundstück „In der Römerstadt 126-134“ wurde über mehrere Jahre durch eine archäologische Grabung des Denkmalamtes erschlossen und sämtliche Befunde dokumentiert.

Die Bedeutung der römischen Stadt Nida als Urzelle der Stadt Frankfurt wurde in der Vergangenheit von der Forschung immer wieder herausgestellt. Der Ort war nicht nur Militärstandort, sondern das administrative, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Civitas Taunensium, einer Verwaltungseinheit im rechtsrheinischen Teil der römischen Provinz Germania superior. Im 3. Jahrhundert n. Chr. war Nida nach dem heutigen Stand der Forschung sogar der wichtigste Civitas-Hauptort rechts des Rheins.

Mit den auf dem Baufeld entdeckten Befunden bietet sich die Gelegenheit, diese Geschichte für die Nachwelt zu sichern und authentisch erfahrbar zu machen. Aus diesem Grund wurden bereits am Ende des 20. Jahrhunderts verschiedene Befunde in „Schutzbauten“ erhalten, ein Keller geschützt überdeckt und aktuell drei Töpferöfen unter einem Dach gesichert, sowie ein Holzkeller transloziert. Somit ist die Grundlage für eine museale Vermittlung vor Ort mit digitaler Dimension gelegt. Zurzeit werden diese Belange umfassend abgewogen und Möglichkeiten geprüft. Das Archäologische Museum Frankfurt (AMF) begrüßt grundsätzlich Initiativen, die für den Erhalt und die Präsentation von Denkmälern der römischen Stadt Nida am Ort in Heddernheim eintreten.

Das Museum selbst betreut seit 2000 den „Archäologischen Rundweg“ in der Nordweststadt sowie den bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eingerichteten Schutzbau „Töpferhaus“ unweit der Feuerwache 21. Im 2022 eingeweihten Neubau der „Römerstadtschule“ wird zur Zeit eine Präsentation zu den Befunden und Funden des in den Jahren 2016-2018 vom Denkmalamt der Stadt Frankfurt ergrabenen Kultbezirks der antiken Stadt eingerichtet. Darüber hinaus besteht eine Ausstellung zu Nida im Heddernheimer Schloss, die allerdings seit einigen Jahren nicht zugänglich ist. Die Geschichte der römischen Stadt wird seit 1989 umfassend in der Dauerausstellung des Museums in der Innenstadt präsentiert. Die Ergebnisse der Forschung werden umfänglich in Vorträgen, Führungen, Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Für eine Präsentation archäologischer Befunde in der Nordweststadt ist ein nachhaltiges Konzept die wesentliche Voraussetzung. Dies beinhaltet unter anderem die sachgerechte wissenschaftliche und konservatorische Betreuung der Anlage(-n), ein umfassendes Betriebskonzept, regelmäßiges Monitoring sowie die fachgerechte didaktisch-museologische Betreuung. Dem in der „Idee 2622“ formulierten Anliegen steht das AMF daher grundsätzlich wohlwollend gegenüber. Allerdings gibt der Text in wesentlichen Punkten nicht den aktuellen Sachstand wieder: Das Denkmalamt der Stadt Frankfurt deckte im Vorfeld der geplanten Überbauung auf dem Areal „In der Römerstadt 126-134“ und dem westlich angrenzenden Grundstück (Parzelle 66/143) ab 1991 mehrere tausend Quadratmeter Fläche auf, dokumentierte bis zum Jahr 2011 hunderte von Befunden aus der Zeit der römischen Stadt. Bei den Grabungen in den Jahren 2022-2023 konnten dort weitere über 4.000 Quadratmeter im Zentrum von Nida untersucht werden. In der Antike bestand hier in Nachbarschaft zu den um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichteten „Westthermen“ vom späten 1. bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. eine Mischbebauung aus Gewerbeeinrichtungen und Wohngebäuden.

Die Erhaltung der archäologischen Befunde auf den untersuchten Flächen ist wie insgesamt in Heddernheim zumeist eher schlecht. Bei den Ausgrabungen wurden vor allem Gruben, Brunnen, „Zisternen“ und vergleichbare Eingrabungen erfasst. Da es sich dabei nahezu ausschließlich um Bodenverfärbungen handelt, konnten sie nicht erhalten werden. Für eine Präsentation am Ort sind die allermeisten dieser Strukturen nicht geeignet. Die Erhaltung der Steinbauten ist durchweg schlecht; ihre Mauern wurden in der Regel in den letzten Jahrhunderten ausgebrochen.

Dennoch wurden bereits in den 1990er Jahren ein Töpferofen, der Steinkeller eines Wohnhauses sowie die Fundamentmauern eines Steingebäudes auf dem Areal für eine spätere museale Präsentation unter Schutzbauten konserviert. Die Schutzbauten werden vom Archäologischen Museum Frankfurt betreut und der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht. Darüber hinaus konnte im Jahr 2011 ein freigelegter Steinkeller am Ort erhalten werden. Er wurde mit Kies verfüllt und steht somit ebenfalls für eine Vor-Ort-Präsentation zur Verfügung. Ein „Mithras-Kult-Keller“, wie im Text der „Idee 2622“ aufgeführt, existiert auf dem Areal nicht. Zudem stammt die als Abbildung beigefügte Bronzestatuette der Göttin Diana nicht von dort, sondern aus dem benachbarten Kultbezirk im Bereich der neuerbauten Römerstadtschule.

Das Archäologische Museum Frankfurt ist seit 2019 in die Gespräche über die Nutzung des zu bebauenden Areals „In der Römerstadt 126-134“ eingebunden. Gemeinsam mit dem Denkmalamt der Stadt Frankfurt, dem Bauherrn (ABG Frankfurt Holding), dem zuständigen Ortsbeirat 08 sowie weiteren Vertretern der Stadtpolitik entsteht ein Nutzungskonzept, das die erhaltenswerte historische Bausubstanz in das geplante Neubauprojekt integriert. Dazu gab es zahlreiche Besprechungstermine, in regelmäßigen Abständen trafen sich die Beteiligten zu einem „Runden Tisch“, es fanden Rundgänge und öffentliche Führungen auf dem Grabungsgelände sowie mehrere Pressetermine statt. Der leitende Museumsdirektor, Dr. Wolfgang David M. A., stellte im Rahmen mehrerer öffentlicher Vorträge die archäologisch-historische Bedeutung des römischen Nida dar. Er verfasste zudem ein vielseitiges, reich illustriertes Konzept zur Erhaltung und Präsentation der erhaltenen Bodendenkmäler am Ort („Nida – römischer Ursprung Frankfurts. Zur Valorisation archäologischer Bodendenkmäler aus der Römerzeit in Nida/Frankfurt-Heddernheim“), das seit September 2022 mit einer Aktualisierung vom Juli 2023 vorliegt und eine wesentliche Grundlage der laufenden Planungen darstellt. Parallel dazu entwickelte eine Arbeitsgruppe am Archäologischen Museum Frankfurt ein Vermittlungskonzept für die Valorisation, also für ein in Wert setzen des Fundortes Heddernheim, der Topographie und Geschichte der antiken Römerstadt für Bevölkerung und auswärtige Besucher besser erfassbar und erlebbar machen soll.

Diese zwischen den Beteiligten abgestimmte Vorgehensweise war eine Voraussetzung dafür, um während der laufenden Grabungen weitere Befunde für eine Präsentation am Ort auszuwählen und zu erhalten. Hervorzuheben sind dabei mehrere Töpferöfen, die erstmalig bereits Ende des 19. Jahrhunderts bei Ausgrabungen von Georg Wolff (1845-1929) untersucht worden waren und nach der erneuten Freilegung 2022 mit einem schützenden Holzdach versehen wurden. In Nachbarschaft zu den Öfen deckte man den mit Brandschutt verfüllten Holzkeller eines Wohnhauses aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. auf. Die Konservierung dieses ungewöhnlich gut erhaltenen Befundes am Ort war jedoch nicht möglich. Um eine witterungsbedingte Beschädigung abzuwenden, entschied sich der Magistrat noch vor dem Abschluss der Beratungen über die endgültige Präsentation für eine kurzfristige Bergung, so dass der Keller zunächst in Kooperation mit dem Stadtvermessungsamt mit einem 3D-Scan dokumentiert und anschließend in einer bislang nicht nur für Nida einmaligen Aktion von einem Team aus Restauratoren im August 2023 vollständig geborgen werden konnte. Der konservierte römische Holzkeller wird derzeit im Steinmagazin aufbewahrt und steht für eine museale Präsentation zur Verfügung. Ergänzt um die Fundstücke, die er bis zu seiner Ausgrabung verwahrt hat, stellt er ein ausdruckstarkes Exponat dar.

Wie genau dieses Exponat sowie die weiteren für die Präsentation am Ort vorgesehenen und erhaltenen Befunde in die geplante Bebauung integriert werden sollen, wird zurzeit final abgestimmt und im Anschluss öffentlich vorgestellt.

Daher kann keineswegs davon gesprochen werden, dass die Stadt Frankfurt „keinen Denkmalschutz“ festlegen oder gar „das Areal einfach nach Schema F“ überbauen wolle. Vielmehr haben die städtischen Institutionen in Abstimmung mit dem Ortsbeirat und dem Bauherrn in Heddernheim archäologische Denkmäler gesichert, um mit ihnen eine publikumswirksame Präsentation am Ort zu ermöglichen. Darüber hinaus entsteht ein nachhaltiges Konzept für die Vermittlung am Ort, dessen vordringliches Ziel es ist, Nida „sichtbar“ zu machen – und das auch und gerade obertägig. Damit wird die Geschichte und Struktur des antiken Nida, dessen Topographie durch die moderne Überbauung nahezu vollständig überprägt wurde, auf anschauliche, verständliche und attraktive Weise vermittelt und in die Wahrnehmung der Bevölkerung gebracht.

Parallel zu der öffentlichkeitswirksamen Präsentation ausgewählter Befunde und Funde auf dem Areal schreitet die wissenschaftliche Aufarbeitung der Grabungen seit 1991 voran. Die auf vorbildliche Weise dokumentierten und mit hohem Standard durchgeführten Ausgrabungen sind von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung. Sie geben einen umfassenden, ungewohnt detaillierten Einblick in die Struktur und die Entwicklung des Zentrums des antiken Nida. Vergleichbare Untersuchungen in römischen Städten des Limesgebietes sind ausgesprochen selten. Aufgrund der großen Fundmenge erfordert die Bearbeitung des Materials jedoch einen beachtlichen Zeitaufwand: Das Fundmaterial von 1991-2011, das im AMF aufbewahrt wird, umfasst über 1.700 Inventarnummern. Dazu kommen aus der Grabungskampagne 2022-2023 weitere mehrere hundert Inventarnummern mit weit über 1.000 Fundkisten, die das Depot in der Borsigallee an die Grenzen seiner Kapazitäten bringt. Große Teile dieses Bestandes wurden bereits durch die Restauratoren des Archäologischen Museums Frankfurt konservatorisch versorgt, so auch die Eisenfunde aus der aktuellen Grabung. Für ausgewählte Objekte sind zusätzlich Restaurierungsmaßnahmen vorgesehen, damit sie in der avisierten Ausstellung in Heddernheim oder in der Dauerausstellung des Museums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

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Ich der Meinung bin, dass in Frankfurt zu viele römische Flächen überbaut sind. Ein Verlust für die Stadt und für die gesamte Region.

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Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit geraden darf

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unsere Geschichte, Kultur und Kunst in den letzten Jahren immer weniger beachtet wird. Unsere Geschichte kann nicht nur in Schriftform und Digital (Bilder, 3D Modelle, usw.) vermittelt werden. ...

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